Froststopfen montieren

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Beitragvon hier-kommt-kurt » Montag 12. März 2018, 18:41

Die alte Caddy Motore hatten nicht die Sorte Froststopfen, die man beim Chevy und den meisten anderen kennt. Es sind konvexe Metallscheiben ohne Bördel, die genau passen und dann mit einem gezielten Hammerschlag *dicht* gemacht werden.
Hat jemand das schonmal gemacht bzw. gibt es irgendwelche Werksangaben dafür? Speziell ob Dichtmittel verwendet werden soll oder nicht, wie man erkennen soll, ob es schon genug ist, etc. Im Netz gibts wenig bis Null Info darüber.
Es handelt sich um einen Cadillac Motor Bj. 1959 mit 390 cid.
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Beitragvon Buickpower » Montag 12. März 2018, 21:20

Servus Kurt,

pahhhh..., Sch..arbeit! Aber machbar...

Die Bohrung ist normal nicht durchgehend zylindrisch, oder..?
Beginnt normal zylindrisch und hat nach etwa 5mm dann nen Konus. Der ist quasi dein Anschlag und auch gut als zusätzliche Fläche zum Abdichten geeignet.
Ohne Dichtmittel würd ich das nicht machen! Allerdings ist alles auf Silikon- oder PU-Basis eher ungeeignet. Diese Dichtmittel gehen keine Verbindung mit den Materialien ein. Da kriecht dir dann oft recht schnell der Rost drunter und es wird wieder undicht.

Bei solchen Sachen hab ich mit nem anaeroben Gewinde- oder Flächendichtmittel (VA3 15-18 von Varybond is super, Loctite 577 geht auch) bisher super Erfahrungen gemacht.

Bohrungen wirklich schön sauber schleifen, muss nicht poliert sein. Rost sollte halt so gut als irgend möglich weg sein. Ich bearbeite die Bohrungen meist mit Bohrmaschine und Drahtrotobürste. Dann entfette ich sie, geh ich mit der Hand mit 120er Schleifleinen drüber und entfette sie dann nochmal. Mach das auch immer erst kurz bor dem Montieren damit die Oberfläche schön reaktiv ist.

Die Stopfen mit Schleifvlies an den Kanten etwas abrubbeln um auch diese Oberfläche schön reaktiv zu bekommen.

Dann bring ich mit den Fingern einen schönen Film des Dichtmittels auf die Bohrung auf und leg noch ein kleines Rauperl in die Ecke wo der zylindrische Teil der Bohrung in den konischen übergeht.

Die Deckeln dann schön gerade bei der Bohrung auflegen, einWerkzeug das vorne einen etwas kleineren Radius hat als der Deckel hat MITTIG ansetzen und beherzt zuschlagen.. dann sitzt der Deckel meist schon nach 1-2 Schlägen am Bund/Konus auf und alles is pipifein.

Sollte der Deckel etwas schief sitzen dann NIE näher als ca. 1cm vom Rand klopfen.. das verbiegt den Deckel. Immer eher von der Mitte weg arbeiten.
Wenn der Deckel sitzt bring ich mit dem Finger noch etwas Dichtmittel in die Ecke zwischen Bohrung und Deckel. Das wische ich dann nach 1-2 Tagen wieder weg, der anaerobe Klber härtet eh nur dort aus wo geringer Luftspalt ist. Das verhindert dann ein Reinrosten von Aussen.

Haha.. wieder mal ne Wissenschaftliche Abhandlung... klingt ur oag.. is aber normal in einer Stunde erledigt und hält ewig..

Sollte dein BLock eine Version ohne den Bund sein, dann gehts nur mit nem Spezialwerkzeug und is relativ heikel bezüglich Undichtheiten. Dann kann ich nur empfehlen die Bohrungen auf ein Maß für die herkömmlichen Frostdeckeln zu bringen oder dazu passende Deckeln anzufertigen...
Wenn man tot ist, ist das für einen selber nicht mehr sonderlich schlimm, weil man selbst ja tot ist. Schlimm ist es für die anderen, die müssen damit leben....
Genauso ist das übrigens wenn man doof ist!

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Re: Froststopfen montieren

Beitragvon eric1617 » Dienstag 13. März 2018, 07:31

Sehr interessant.

Würdest Du bei Gelegenheit Fotos einstellen vom Caddymotor?
Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die das nicht getan haben.

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Froststopfen montieren

Beitragvon hier-kommt-kurt » Dienstag 13. März 2018, 08:49

Danke mal vorab, das bestätigt meine Pläne. Ich hätte vor, ein 2K-Kunstharz zum Einkleben zu verwenden, da die Bohrungen WIRKLICH rostig sind. Der Block ist mal im Hochwasser gelegen im Waldviertel.
Meine grösste Sorge ist nicht, dass ich das nicht dicht bekomme, sondern eher, dass der Stopfen durch den Wasserdruck (ca. 1.1 bar) irgendwann rausfliegt, wenn er nicht gut genug reingeschlagen war. Die originalen Stopfen waren schon abgedichtet und wieder undicht gewesen, hat schlimm ausgesehen. Unten mal ein Eindruck davon.
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Re: Froststopfen montieren

Beitragvon 1960coupe » Dienstag 13. März 2018, 13:19

Hast du den weissen Elvis aufschnitt in der reissen?

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Re: Froststopfen montieren

Beitragvon hier-kommt-kurt » Dienstag 13. März 2018, 16:22

Nein, ist ein Reserve-Motor .... man weiss ja nie.
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Re: Froststopfen montieren

Beitragvon buickschrauba » Sonntag 1. April 2018, 15:14

Hallo Kurt, buickpower hat das schon gut beschrieben.
Ist das ein 390er?
Wenn Du eine Richtplatte u einen Stoppel zu viel hast, dann würd ich dem Stoppel (nach dem Wärmen) auf der Richtplatte mit einem größeren Durchschlag einmal mittig eine verpassen (Test), damit er nach Außen ausweicht.
Hab auch schon mal bei einem originalen Nascar 426er gesehen, daß die Stoppel mit Sperrstiften gesichert waren...ich würd sie, falls sie durch das Schlagen u Verspreizen nicht halten, mechanisch sichern, da der Block schon gscheid rostig ist, der Wassermantel ist sicher auch noch genug Arbeit (Phosphorbad ?) lG Tommy

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Re: Froststopfen montieren

Beitragvon hier-kommt-kurt » Sonntag 1. April 2018, 20:39

Ja Tommy, den Block haben wir *ausgekocht* also ziemlich heiss gewaschen. Die Bohrungen für die Stoppel hab ich ziemlich gut hinbekommen. Die neuen Stopfen sitze ziemlich passgenau. Das mit dem mechanisch sichern gefällt mit. Entweder mach ich kleine Bohrungen schräg und schlag einen Spannstift rein, oder ich mach mit dem Körner einen *stake* rein, dann kommt das Ding nicht wieder raus. Einkleben mit 2K-Harz sollte das auf Dauer dichtbekommen. ........ und dann ist da noch die Hydramatic ....... auch im Wasser gelegen.
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