Becoming a Revconeer - Kauf U.S. Motorhome

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Becoming a Revconeer - Kauf U.S. Motorhome

Beitragvon frontpushbar » Sonntag 30. August 2020, 18:00

Liebe Leute,

ich möchte Euch heute gerne - wie schon einmal
angekündigt - meine persönlichen Überlegungen und
Erfahrungen mit Bezug auf den Erwerb eines
U.S. Class A Motorhomes weitergeben.

Kapitel A - Warum und wofür ein U.S. Motorhome?

1. Zur Ausgangslage:

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit
unserem kleinen GMC Safari Gulf Stream
High Top Midsize Van als Familienfahrzeug
für Langstrecken und für gelegentliche
Übernachtungen zu zweit entwickelte
sich der Wunsch nach etwas Größerem.

Gleichzeitig suchte ich nach einer Möglichkeit,
meine V8 Leidenschaft mit der ganzen Familie
teilen zu können.

Da ich seit über 26 Jahren ausschließlich U.S. Fabrikate
als Dailys fahre und fuhr, kam der Erwerb einer
europäischen “Weißware“ selbstverständlich nicht
in Frage.

Natürlich hatte ich mir schon vorher einige Wohnmobile
deutscher Produktion persönlich zu Gemüte geführt - Fazit:

Zu teuer, viel zu klein, für uns unpassende Raumaufteilungen,
magere Ausstattung, kein angenehmes Fahrgefühl, kein guter Sound.

Bereits auf meinen Reisen auf dem Alaska-Highway kam ich
in den frühen 1990ern mit U.S. Motorhomes in Berührung,
ganze Geschwader strömten damals Richtung Norden.
Sehr faszinierend, doch gedanklich wurden diese von mir
vorerst ganz hinten eingeordnet.

2. Grundsätzliche Überlegungen im Vorfeld:

Im Dezember 2019 begann ich mich mit der
Materie näher zu befassen, um mit Hilfe
der gewonnenen Informationen/Kenntnisse
nach geraumer Zeit in der Lage zu sein,
eine für mich persönlich optimale
Kaufentscheidung im Mai/Juni 2020
treffen zu können.


Das Empowerment wollte ich mit Hilfe
von 3 Strategien erreichen:

1. Rechere im Internet: Sichtung von
Brochuren, Bilder, Erfahrungsberichte,
Bedienungs- sowie Reparaturanleitungen,
Datenblätter, ADAC und ÖAMTC Infos,
U. S. Forumsbeiträge und
Verkaufsanzeigen in Ö und D.

2. Persönliche Fachgespräche mit den Mechanikern
meines Vertrauens.

3. Beitritt in ein deutsches Forum.

Gleich vorweg, die Ergebnisse zu Punkt 3.
waren enttäuschend - worst experience ever.
Die dort erworbenen Infos hätte ich auch ganz
trivial durch Punkt 1. und 2. gewinnen können -
wie es sich dann im Endeffekt herausstellte.

Des Weiteren war mein für mich passendes Objekt
der Begierde wieder einmal far beyond vom
Mainstream - abseits der ausgetretenen Pfade.

Auch auf dem Gebiet des U.S. Motorhomes wollte ich
meine Autonomie - wie bei meinen aktuellen U.S. Cars -
nicht aufgeben. Dies bedeutet, dass...

...ich darüber verfüge, wer mein Fahrzeug überhaupt
angreifen darf.
...ich entscheide, was repariert werden soll und wie lange dies
aufgrund der Zeitvorgaben in den originalen Werkstättenhandbüchern/CDs
maximal dauert.
...ich alleine hierfür die Ersatzteile direkt aus den US vom
Großhändler ordere.

Obwohl ich über ein für meine Zwecke sehr gutes Netzwerk von hervorragenden
U.S. Mechatronikern/Lackierern in Österreich und Deutschland verfüge, war es
in diesem Fall aufgrund der zu erwartenden Dimensionen notwendig, bereits
mehrere Jahre zuvor die Fühler zwecks geeigneter Service- und Restaurationsmöglichkeiten
auszustrecken und die entsprechenden Kontakte zu pflegen.

3. Persönliche Verwendung für ein U.S. Motorhome unter Berücksichtigung der Corona-Lage:

3.1 Idealvorstellung - Fernreisen in den Norden Europas

Aufgrund unserer vielen Freunde in Schweden und den
schönen Erinnerungen, die ich auf den regelmäßigen
Fahrten mit US Cars im Laufe von 20 Jahren in diesem
außergewöhnlichen Land erworben habe, kommt als
Einsatzgebiet für weitere
Touren in den nächsten 10 Jahren hauptsächlich Skandinavien
inklusive Estland, Lettland, Litauen in Frage, Deutschland (Ostsee)
mit eingeschlossen. Ein großer Wunsch von uns ist zudem eine
Fahrt mit einem Motorhome bis zum Nordkap.

Der Vorteil ist, dass in diesen Ländern keine Autobahnmaut
für Wohnmobile über 3,5 Tonnen fällig wird, die mautpflichtigen
Autobahnen in Norwegen können bei Bedarf umgangen werden.

Schweden hat laut ADAC die billigsten Campingplätze in Europa,
auf diese kann man jedoch auch verzichten, da einem das
Jedermannsrecht erlaubt, dort zu übernachten wo man
gerade möchte. Außerdem verfügen meine schwedischen
Freunde über genügend große Hauseinfahrten, wo man
dann vor Ort nur mehr seinen Landstrom anschließen
muss und ansonsten den Gastgebern keinerlei Mühe macht.

Den Bootsführerschein kann man sich in Schweden ebenfalls
schenken, ich steuerte ein 450 PS Boot mit zwei 5,8 Liter V8 Motoren
ganz legal, da man dort für Boote über 10 m Länge keinen
Führerschein benötigt. Einkaufen kann man günstig beim
schwedischen Lidl, diverse Leichtbiersorten sind dort sogar billiger als
bei uns in Österreich (z. B. Corona) und der Sprit kostet ungefähr
dasselbe wie in Deutschland.

Wir zahlten für 2 Wochen Schweden im Jahre 2019 für 4 Personen mit dem GMC Safari
samt Sprit für etwa 6.500 km, Fähre, Miete für ein 200 qm Farmhaus auf
einem 2.000 qm Grundstück an einem See mit Kaminzimmer, Bibliothek,
Schlafplätze für 8 Personen, Essen, Bier, Sightseeing in Stockholm, Eintritte
etc. 2.800,-- Euro.

Mit einem U.S. Motorhome kalkuliere ich 4 Wochen Schweden bis Höhe Stockholm
um dasselbe Geld, da die Quartierkosten samt den vielen Hin- und Retourfahrten
vom Quartier z. B. zu den Seen, zum Elchmuseum, zu den diversen Attraktionen,
Freunden etc. wegfallen. Man übernachtet ganz einfach vor Ort oder an einem schönen
Gewässer und fährt dann weiter. Somit lässt sich die Tour als Rundreise gestalten, zudem
reduziert sich auf diese Art und Weise auch die Gesamtkilometerleistung auf rund 4.500.

Laut orf.at startet 1 Woche Halbpension in Österreich an einem See für eine vierköpfige Familie
bei rund 1.800,-- Euro, somit eröffnet uns der Urlaub mit einem U.S. Motorhome
in Schweden eine günstige Alternative. Wir fahren gerne über weite Strecken und
Selbstversorgung ist für uns no problem.

Die Weite des skandinavischen Raumes, die vielen
U.S. Cars samt den dazugehörigen Treffen, die schönen
Holzhäuser, die mich immer ein wenig an meine Aufenthalte
in den Staaten erinnern…all das möchte ich in Zukunft mit meiner
Familie in einem originalen RV teilen.

Apropos USA...eine befreundete Familie (4 Personen) reiste vor 3 Jahren
für 21 Tage in die Staaten und mietete dort ein Motorhome an der Westküste.
Die Gesamtkosten für den Urlaub beliefen sich auf rund 15.000,-- Euro.
Gut, die USA und Nordeuropa sind natürlich nur bedingt vergleichbar, aber
vom Kostenstandpunkt her gesehen ist eine Reise gen Norden im eigenen
RV für uns die bessere Wahl.

Aufgrund der Corona-Lage werden wir wohl bis 2022 warten müssen, daher:

3.2 Pragmatischer Verwendungsansatz in Zeiten wie diesen

Verwendung als mobiles Gartenhaus auf den Grundstücken der Großeltern
in Österreich und Deutschland. Dort gibt es Schwimmbecken und Kinderbetreuung,
nebst Vollpension ;-) Das war unsere Variante für den Sommer 2020 unter dem Motto
“Gewöhnung ans Gerät“. In Deutschland habe ich für diesen Zweck gleich ein
10.000 Quadratmeter Grundstück direkt neben dem Garten der Schwiegereltern vom
Schützenverein "gepachtet" - wir haben in unserem Urlaub gerne genügend Platz :wink:

3.3 Minimalistischer Ansatz

Verwendung als Retro-Party-Hütte, direkt auf unserem Stellplatz neben
dem Haus, videoüberwacht, samt Campingstrom- und Citywasseranschluss, vollklimatisiert.

Mit 1970er Plattenspieler, alten VHS Videos und dem guten alten Commodore 64
samt Familie, Nachbarn oder Freunden kann man(n) darin schon ein Fass aufmachen.

Auch als zusätzliches Gästezimmer vor Ort verwendbar.
Und das Beste: Der Spaß kostet keinen Tropfen Sprit.

--- Fortsetzung folgt ---
Zuletzt geändert von frontpushbar am Sonntag 30. August 2020, 18:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon eric1617 » Sonntag 30. August 2020, 18:38

Nachdem ich mir die Augen wund gelesen habe:
Mir fehlt das Wichtigste: was hast Du schon angesehen, welche Modelle, was wäre kaufbar und zu welchem Preis ?
Danke.;-)
Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die das nicht getan haben.

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Beitragvon frontpushbar » Sonntag 30. August 2020, 18:49

Bitte um Geduld, es handelt sich hierbei
um eine lange und sehr ausführliche
Thematik...unten in der Signatur gibt es
einen Hinweis :wink:
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Beitragvon eric1617 » Sonntag 30. August 2020, 18:58

Au ja. Hört sich gut an.
Wer seine Waffen zu Pflugscharen schmiedet, der wird für jene pflügen, die das nicht getan haben.

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Beitragvon frontpushbar » Sonntag 30. August 2020, 21:52

Kapitel B - Die Angebotsproblematik in Österreich und Deutschland

Österreich

Die Sichtungen der österreichischen Inserate unter dem Suchbegriff
"U.S. Wohnmobil" bzw. persönliche Gespräche mit U.S. Kollegen führten
zu folgenden Erkenntnissen:

1. Es gibt regelmäßige Angebote für U.S. Motorhomes unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Bild

Gerade die Baujahre 1979 bis 1981 auf Chevrolet oder Dodge-Basis sind dabei vertreten,
in der Regel ein Fahrgestell mit Frontkabine des entsprechenden Herstellers, darauf der
Wohnmobilaufbau mit Alkoven. Die Preisspanne bewegt sich zwischen 5.000 mit Pickerl
und 15.000 Euro mit z. B. kaputten Differential oder nicht funktionierenden Wasser/Heizung/
Gas Einrichtungen. Mit reparierten oder noch vorhandene Wasserschäden und diverse
Abnutzungen muss hierbei immer gerechnet werden. Seltener sind Duallies, welche
erstaunlicherweise auf unter 3,5 Tonnen Gesamtgewicht typisiert wurden.

Bild

Der Grund dürfte in der massiven Verwendung von leichtem Sperrholz im Aufbau liegen,
welches leider bei etwaigen Beschädigungen der Außenhaut besonders leicht aufquillt und das
ganze Fahrzeug in eine "Torfbude" verwandelt.

Vollintegrierte Motorhomes unter 3,5 Tonnen sind in Österreich äußerst selten im Angebot,
ich stieß auf ein Fabrikat der Marke Roadtrek mit 1999er Dodge Fahrgestell um 20.000 Euro und ein
weiteres RV aus dem Jahr 1995 - ebenfalls mit Dodge Unterbau - um 28.000 Euro, wobei hier bei
beiden für die Typisierung aus Gewichtsgründen 2 Sitze ausgebaut werden mussten und sie somit
nicht mehr für Familien geeignet waren.

2. Der Markt für U.S. Motorhomes über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ist in Österreich äußerst klein.

Ich konnte in den letzten 3 Jahren lediglich einen Dodge mit über 3,5 Tonnen ohne Pickerl
um 7.500 Euro im Burgenland aufstöbern, dann gab es noch einen 1999er Euroliner um 65.000,
später dann um 45.000 in Zell am See, oder ein gigantisches Gefährt in Wien, dessen Marke
mir leider entfallen ist, mit Slideouts und Rollergarage aus einer Verlassenschaft um 199.000,--.
Dessen damaliger Neupreis belief sich laut Angebot auf rund 750.000 Euro.

Kurzfristig tauchte einmal ein schöner 1996er Winnebago um 28.000 in der Nähe der SCS auf.

Im Waldviertel stand für längere Zeit ein 1994er Born Free Ford F350 Motorhome mit einem 7,3 Liter
V8 Diesel für 12.000 Euro auf einem Parkplatz, dieser gehörte offensichtlich einem Schausteller.

Ich erinnere mich auch an ein 1975er GMC Motorhome Inserat mit österreichischer
Typisierung aus Diplomatenbesitz, angeblich technisch o.k., ohne Pickerl, aber mit herunterhängenden
Tapeten, schmuddeligen Bodenteppichen und vielen Fliegen in der hinteren Sitzbadewanne.
Dieses wurde für 10.000 Euro angeboten und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

In dieselbe Preiskategorie fiel auch ein weißer 1975er Pace Arrow, der offensichtlich einen Käufer fand.

Der für über 3,5 Tonnen hzGesgew. notwendige LKW Führerschein, sowie die Verpflichtung zur Verwendung
einer GoBox auf den Autobahnen dürfte die meisten Österreicherinnen und Österreicher wohl davor abschrecken,
ein schweres U.S. Motorhome durch unser schönes Land zu bewegen. Die Fahrt - in eine Richtung wohlgemerkt -
von z. B. Salzburg nach Niederösterreich auf der Autobahn kann je nach Achsanzahl, Euro-Abgasklasse und
Tageszeit schon um die 140,-- Euro kosten, dazu kommt noch der Diesel/Benzinverbrauch - für Class A
Motorhomes in der Regel zwischen 20 und 30 Liter/100 km.

Natürlich kann man unter dem diffamierenden Begriff "Mautflüchtling" die österr. Autobahnen meiden und
nur die Landstraßen benutzen, oder eben gleich gar nicht quer durch Österreich fahren, aber summa
summarum sind die oben genannten Punkte für die gelernte Österreicherin oder für den gelernten
Österreicher als nicht gerade verkaufsfördernd für U.S. Motorhomes zu bewerten.
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Beitragvon firestarter » Sonntag 30. August 2020, 22:17

Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. Da bekommt man auch als Nicht-Camper glatt Lust auf ein Motorhome. :D
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Beitragvon 1960coupe » Sonntag 30. August 2020, 22:36

Hey wo hast du das fotos von meinem "adolf" ausgegraben?

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Beitragvon frontpushbar » Sonntag 30. August 2020, 23:14

Deutschland

Das Angebot für U.S. Motorhomes ist in Deutschland recht groß, da aufgrund der fehlenden
Bemautung von Wohnmobilen und des alten 3er Führerscheins, welcher die Inhaberin/den Inhaber
dazu berechtigt, ohne regelmäßige ärztliche Untersuchung ein Gefährt bis zu 7,5 Tonnen zu lenken,
offenbar eine entsprechende Nachfrage besteht.

Der 3er Schein lief im Jahr 2000 aus, ab diesem Zeitpunkt gilt der Führerschein nur mehr bis 3,5 Tonnen.

Es gibt in Deutschland viele Motorhome Angebote mit diversen Schäden bis hin zum makellosen,
rollenden Palast mit Busfahrgestell samt KFZ Anhänger und Cabrio für den Spanienüberwinterer
mit Stil.

Auffällig ist:

1. Unsere deutschen Nachbarn favorisieren den Dieselantrieb.

Hierbei wird gerne auf den 6,5 Liter V8 Turbodiesel oder auf die 6,2 Liter V8 Detroit Diesel Engine
zurückgegriffen. Diese Maschinen haben sich unter anderem im Humvee bewährt und drücken den
Kraftstoffverbrauch - je nach Gewicht und Aerodynamik des Motorhomes - auf deutlich unter
20 Liter/100 km. Leider können bei diesen Motorisierungen Probleme mit der Elektronik,
mit der Einspritzpumpe oder den Turboladern auftreten - je nach Wartungszustand und Laufleistung.
Reparaturen und Fehlersuche sind zumeist zeitintensiv.

Es werden auch viele Modelle auf Ford-Basis angeboten, die über die 7,3 Liter Diesel V8 Engine verfügen.
Wie auch immer - im Fokus der U.S. Motorhome Owner steht auf jeden Fall der geringere Verbrauch im
Gegensatz zum V8 Benziner. Bei diesem bewegt sich der Hubraum meistens in der 5,7; 6,6; 7,4; 7,5 oder
8,2 Liter Region. Während ein leichteres U.S. Motorhome mit Dieselantrieb mit ca. 16 Litern gefahren
werden kann, muss bei V8 Benzinern in der Regel mit einem Kraftstoffverbrauch von 25 bis 30 Litern
gerechnet werden.

2. Preise und Zustände varieren beträchtlich

Im Grunde kann man sagen, dass vieles unter 15.000 Euro in der Regel keinen gültigen TÜV hat,
hier ein typisches Angebot für 7.500 Euro:

Bild

Jene Angebote, die bei rund 15.000 Euro einen TÜV haben, können undicht sein.
Niemals die Anzeige nur auf einem Smartphone betrachten, sondern über
einen großen Computerbildschirm!

Bild

In diesem Fall rinnt das Wasser rechts oben von der Decke durch den Fernseher auf das Armaturenbrett,
aufgefallen sind mir merkwürdige Tropfen neben dem Kilometerzähler, man machte sich offensichtlich
nicht einmal die Mühe, die Tropfen vor dem Fotografieren wegzuwischen.

Die Dichtheit des Motorhomes ist ein wesentlicher Faktor, kleinere Undichtheiten (Fenster) müssen
immer einkalkuliert werden, Beschädigungen von Außenhaut und Dach sind ein no go.

Auch in der Region 20.000+ ist eine Schadensfreiheit nicht immer garantiert:

Bild

Nachdem ich seit 1994 für meine U.S. Cars nie mehr als 5.000 Euro Kaufpreis bezahlt hatte und
damit rund 700.000 Kilometer bestens gefahren bin, wollte ich für mein zukünftiges U.S.
Motorhome maximal 7.500 Euro veranschlagen. Ein frommer Wunsch, welcher sich angesichts
der desaströsen Angebote schnell in Luft auflöste...

3. Verhandlungen mit U.S. Motorhome Besitzern sind schwierig

Ich bemerkte auf dem deutschen Markt viele Merkwürdigkeiten, womöglich dem Umstand geschuldet,
dass viele RV Owner in der Regel als Individualisten zu bezeichnen sind und über verfestigte
eigene Meinungen verfügen, die einem liberalen Weltbild diametral zu verorten sind.

Es gab Anzeigetexte, worin Kaufinteressenten gleich einmal im Vorfeld beleidigt wurden.
Spürbar war auch eine latente Aggression gegen Personen, die sichtbare Mängel im Rahmen
der Verkaufskommunikation ansprachen, welche die Verkäufer damals selbst beim eigenen
Kauf des Motorhomes aus diversen Gründen übersehen oder ignoriert hatten.
Diskussionen über die Höhe des Kaufpreises sind nur im Rahmen einer persönlichen
Besichtigung des Fahrzeugs ratsam, eine Regel, die ich stets beherzigte.

Letztendlich aber verließ ich mich bei meinem Kauf auf mein Bauchgefühl. Wenn es schon bei
der Kontatkaufnahme/Mailkommunikation zu Schwierigkeiten kommt, kann man die Sache
getrost vergessen.

In meinem Fall wollte der Besitzer den Verkauf dreimal abbrechen, letztendlich gab ein
persönliches Telefonat anstelle eines Mails den Ausschlag und jetzt sind wir per du.

Der Kaufpreis spielte dabei nie eine Rolle, wenn es passt, dann passt es - ich zahlte
ohne Preisverhandlung. So muss es laufen, ein ähnlich freundschaftliches Verhältnis
pflege ich auch zu meinen Mechanikern.
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Beitragvon frontpushbar » Sonntag 30. August 2020, 23:19

1960coupe hat geschrieben:Hey wo hast du das fotos von meinem "adolf" ausgegraben?


Adolf? Welches Fahrzeug ist damit gemeint? Das erste oder das zweite Bild?
Das erste Motorhome war einmal auf willhaben angeboten.
Das zweite Motorhome hier im Forum.
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Beitragvon frontpushbar » Montag 31. August 2020, 10:04

Kapitel C - What' s a Revcon?

Anfang März war ich bei meiner Suche
an einem Tiefpunkt angelangt. Angebote
verschwanden und tauchten plötzlich in einem
ganz anderen Teil von Deutschland wieder
auf, natürlich mit einem höheren Verkaufspreis usw.

Ich hechelte meistens hinterher, denn bis ich mir
eine Route, einen Besichtigungstermin oder
eine Unterkunft zusammengestellt hatte, war
das gute Stück zumeist futsch.

Manche Motorhomes standen über 1.000 km weit
weg entfernt, das Risiko, nach 2.000 km Fahrstrecke
mit leeren Händen dazustehen war hoch.
Diverse Berichte über erfolglose
Besichtigungen überteuerter “Torfhütten“ waren
nicht gerade motivationsfördernd.

Es gab weiters Schwierigkeiten mit der Kommunikation,
bei einer versuchten Besichtigung in Rosenheim
war das Fahrzeug im Endeffekt dann doch nicht
auf dem Platz, sondern “eingewintert“ etc.

Ein fahrbereiter Pace Arrow mit deutscher
Zulassung ohne TÜV um 5.900,-- wurde mir
vor der Nase weggeschnappt.

Bild

Wie auch immer, mein U.S. Motorhome musste
auf jeden Fall folgende Punkte erfüllen.

- Die Dimensionen sollten 10 m Länge, 2,55 m Breite
und 3,2 m Höhe nicht überschreiten, denn nur
unter diesen Bedingungen schleppt der ADAC
ein defektes Fahrzeug bis zur nächsten
Werkstätte.

- Ich wollte unbedingt einen V8 Benziner mit
Vergaser ab 6,6 Liter Hubraum. Mit so einem
begann meine Leidenschaft im Jahre 1994.
Back to the roots. Es geht nichts über einen
V8 Vergasersound. Abgesehen von einem
viel geringeren Kaufpreis im Vergleich zu
Diesel Motorhomes ist ein V8 Benziner
einfacher zu warten und im Falle einer Panne
primitiv genug, um auch z. B. mitten in Finnland
repariert werden zu können. Mir ist dies selbst
einige Male mit Bordwerkzeug gelungen, damit
habe ich Erfahrung - mit Dieselmotoren nicht.

Ich besaß noch nie ein Fahrzeug mit Dieselmotor,
da mir diese Antriebsweise einfach nicht liegt.
Der Dieselskandal bestätigte im Endeffekt mein
Unbehagen.

Die Verbrauchsbigotterie ist mir zuwider, ein
hoher Benzinbedarf spielte und spielt für mich
keine Rolle, da ich immer darauf achtete, einen
Arbeitsplatz in unmittelbarer Nähe des Wohnsitzes
zu haben.

Außerdem beinhaltet mein Mobilitätskonzept
zu Fuß gehen, Radfahren, Laufen und fallweise
Pendeln mit der Bahn (klimatisiert, pünktlich
und angenehm), im Extremfall waren es
einmal 34.000 km in einem Jahr.

Ich kalkulierte bei meinem zukünftigen RV
mit einem Benzinverbrauch von 25 bis 30
Liter/100 km. Für mich persönlich bei einem
Freizeitfahrzeug dieser Dimension absolut o.k.

- Mit Bezug auf die Innenausstattung wünschten
wir uns eine Dinette, ein quer stehendes Sofa, ein
eigenes Schlafzimmer im Heck, Klimatisierung,
einen Generator, Schwarz- und Grauwassertanks -
keine Kassette und das alles vollintegriert - keinen
Alkoven.

Aber wo war unser ideales Gefährt???

Fahrigen Fingers durchforstete ich täglich den virtuellen
Anzeigeblätterwald, stets bestrebt endlich die
erhoffte Erlösung in Form des für mich idealen
Motorhomes zu finden...

Plötzlich - auf Ebay Kleinanzeigen - stieß ich
auf ein kurioses Gefährt namens “Revcon“.
“Bitte, was? Sieht aus wie ein Hymer-Mobil.
Wohl ein britisches Derivat, so ähnlich wie der
Vauxhall-Schrott, har, har!“

Bild

Und schnell wischte ich weiter...
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Beitragvon Toaschtn » Montag 31. August 2020, 15:58

Toller Bericht & super RV :!:

Wir sind auch am überlegen bzgl. Wohnmobil/-wagen.
Daher drängt sich folgende Frage auf:

Warum RV und nicht Hänger (z.B. AirStream) :?:

Denn ich sehe beim Hänger einige Vorteile gegenüber einen RV und für deine Verwendungszwecke auch ideal geeignet.
LG Torsten
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Beitragvon frontpushbar » Montag 31. August 2020, 18:13

Hallo Torsten,

ja - diese Möglichkeit hätte es schon
gegeben, am kleinen GMC Safari kann
man einen über 2 Tonnen schweren
Wohnwagen durchaus anhängen.

Jedoch habe ich in der frühen Jugend
nicht so gute Erfahrungen mit Urlauben im
Wohnwagen gemacht und meine bessere
Hälfte wollte darin auch keinen Urlaub
verbringen, sie freute sich über unser
U.S. Motorhome, denn sie verfügt über
den alten 3er Schein und kann mit Fullsize
U.S.Cars perfekt umgehen ;-)

Airstream Wohnwagen sind mir persönlich zu teuer,
außerdem habe ich jetzt ohnehin ein Motorhome von
Airstream, siehe den folgenden Text ;-)

Das ist damals auf Ebay Kleinanzeigen
niemandem aufgefallen, nur mir aufgrund
von genauer Recherche - Glück gehabt.

Alles Gute für Dein Projekt und danke
für Dein Interesse.

LG
Matt
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Beitragvon albandy » Montag 31. August 2020, 19:40

Geiler Bericht!
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Vorsicht beim daneben parken...sag deinen Kindern, mein Blech ist Einskommazweimillimeter dick.

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Beitragvon frontpushbar » Montag 31. August 2020, 20:53

Danke, ich schreib halt einfach so vor mich hin...
Freut mich, wenn es für Euch halbwegs interessant ist.

Das Textmaterial stellt eine von mir gestaltete
Zusammenfassung dar und umfasst alles, was ich
so im Zeitraum von etwa 3 Monaten in U.S. Foren,
Dateisammlungen, Berichten etc. gefunden habe.

------------------------------------------------------------------------

Zwei Wochen später - die Zeichen des drohenden Lockdowns
erschienen bereits aufflammend an der Wand - stolperte ich
nochmals über das Revcon Inserat.

Ich klickte auf das zweite Bild.

Bild

"Ganz schön groß, 6 Räder, hat irgendwie eine Ähnlichkeit mit
einem GMC Motorhome", dachte ich mir. Mein Interesse war geweckt.

https://en.wikipedia.org/wiki/GMC_motorhome

Bild

Während des Lockdows begann ich mich jeden Abend - Ablenkung
tat not - näher mit der "Revcon-Thematik" zu beschäftigen und so
betrat ich eine für mich zuvor gänzlich unbekannte Fahrzeugwelt...

Einführung

Nun, nachdem ein Mann namens John
Hall in den 1960ern viele typische
Wohnmobile auf Truck-Basis gefahren
hatte, wusste er, dass dies nicht der beste
Weg war um ein Motorhome zu bauen.

Die Lastwagenfahrgestelle holperten
über Unebenheiten und der Schwerpunkt
war zu hoch, um Kurven geschmeidig
nehmen zu können. Die rauhen Fahrten
ruinierten die Inneneinrichtung, lösten
Fixierungen und lockerten die
Trennwände. Der hohe Schwerpunkt
machte kurvenreiche Straßen und
Überholmanöver zu einem Alptraum.

Bild

Die hölzernen Dächer und Wände hatten
oft Lecks und verwandelten den
Innenraum in eine Schimmelhöhle, ein
Umstand, den sich kein Motorhome
Besitzer jemals wünscht.

Aber John Hall hatte eine Idee: Ein
komplett neues Motorhome musste
her, völlig neu von Grund auf konstruiert!
John wusste, dass dieses Motorhome mit
Frontantrieb ausgestattet sein musste,
um mit niedrigem Schwerpunkt
die gewünschten exzellenten
Fahreigenschaften erzielen zu können,
die er unbedingt wollte. John wusste
auch, dass er hölzerne Dächer und
Wände wegen der Schimmelgefahr
nicht verwenden würde, also griff
er auf 6061 Aluminium aus dem Flugzeugbau
zurück. Dies alles war eine komplett
neue Idee, ein völlig neues Konzept,
ein geradezu revolutionäres Konzept!!!

REVolutionary CONcept: a REVCON!

1. Die Airstream Connection

Es ist kein Geheimnis, dass Revcon
auf Grundlagen der Konstruktionsweise
von Airstream-Anhängern zurückgegriffen
hat. Es ist auch kein Zufall. John Hall war
der Stiefsohn vom Airstream-Gründer
Wally Byam und verantwortlich für das
Design der Airstreamprodukte.
John wusste, dass die Aluminiumkonstruktion
damals alles in den Schatten stellte und ihrer Zeit
weit voraus war.

Bild

Die ganze Hülle bestand aus einem Aluminiumrahmen,
mit angenieteter Außenhaut, die Dächer, die
Wände hatten keine Nähte, somit waren
sie volkommen dicht und auch viel
widerstandsfähiger als die typischen
Holzaufbauten aus billigem Sperrholz
innen und außen, zusätzlich mit
dünnwandigem Aluminium überzogen.

2. Die GM Connection

Im Jahre 1966 erschütterte General
Motors' Oldsmobile Abteilung die
Autoindustrie und zwar mit der
Vorstellung des Modells “Toronado“.

Bild

Der Toronado war völlig neu, so
etwas hatte die Welt zuvor noch nicht
gesehen. Mit versteckten
Frontscheinwerfern, faszinierenden
Kurven, Big Block Power und
Vorderradantrieb - der Toronado war
so luxeriös wie innovativ. Als Antrieb
fungierte ein 385 PS starker 425er mit
GM' s revolutionärem Turbo-Hydramatic
425er Automatikgetriebe und FWD -
zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder
verbaut in einem U.S. Automobil.

John Hall realisierte sofort, dass dies der
ideale Antrieb für sein revolutionäres
Motorhomekonzept war:

Bild

Der Frontantrieb eliminierte die
Kardanwelle, die normalerweise
vom Motor zu der Hinterachse eines
Motorhomes geführt werden muss,
dieser Umstand erlaubte ein niedriges
Fahrzeugprofil und einen tiefen
Schwerpunkt, beides waren genau jene
Punkte, die John für sein Projekt
anpeilte.

3. Das aufregende Ergebnis

Im Jahre 1968 wurden die ersten
Flat Nose Revcons gebaut. Ein
Aluminiumrumpf aus dem Flugzeugbau
wurde auf ein speziell konstruiertes
Fahrgestell montiert - body
on frame - und mit Hilfe eines
Oldsmobil Toronado Antriebstrangs
auf FWD Basis vorwärts bewegt.

Bild

Das in Relation zu anderen Motorhomes
leichte Gewicht, das niedrige Profil und
der FWD sorgten für ein PKW Fahrgefühl
aus jenen Tagen, ziemlich beeindruckend
für ein 5,5 Tonnen Fahrzeug.

Bild

Dementsprechend war auch der
Verbrauch, 2 bis 4 MPG besser als
die Konkurrenz. Die Innovationen
beschränkten sich nicht auf das
Äußere und den Antrieb, auch im
Innenraum wurden bevorzugt
leichtere Materialien verwendet.

Die Möbel hatten eine wabenartigen
Struktur aus Aluminium, dies half
nicht nur dabei Gewicht einzusparen,
sondern sorgte auch für mehr
Stabilität und Haltbarkeit. Plastik oder
Spanplatten - beides wird auch heute
noch gerne in Motorhomes eingesetzt -
können da bei Weitem nicht mithalten.

Alles wurde im Revcon innen mit Teakholz
Akzenten aufgehübscht, die gesamte
Küche konnte auf Wunsch in Teakholz
bestellt werden, um dem Innenraum
so hochwertig wie möglich aussehen
zu lassen.

Bild

Die Innenwände bestanden aus
Aluminium, mit hochwertiger Vinyl Tapezierung
der Boden war aus Wilsonart Laminat.
Auch nach 41 Jahren sieht so ein Innenraum
damit noch ziemlich neu aus.
John stattete seine Motorhomes auch mit
Kupferrohrleitungen anstelle von Plastik aus.

Während damals die meisten Motorhomes
mit “nassen Badezimmern“ (Doppelfunktion
- Bad/Dusche zugleich) ausgerüstet waren,
haben die Revcons eine eigene Duschkabine
mit Sitzgelegenheit und Plexiglastür.

Man(n) kann also duschen, während sich
Frau draußen die Zähne putzt (oder
umgekehrt), ganz wie zu Hause, nur in
einem etwas kleineren Maßstab.

Die reguläre Produktion begann
1971, Revcon war damals der Marktführer
mit Bezug auf Innovation und Luxus
auf dem Gebiet der Motorhomes.
Zu dieser Zeit vergrößerte Oldsmobil
auch seine Toronado Engine und zwar
auf 455 cui, diese passte noch viel besser
als Antrieb für ein Motorhome.

Die Flat Noses wurden bis 1977
produziert, 4 Modelle konnten
bestellt werden, 220, 250, 260 und 290,
mit verschiedenen Innenraumvarianten
für jedes Modell.

Bild
Ford Crown Victoria P71 Police Interceptor
GMC Safari Gulf Stream High Top Conversion Van
GMC Revcon Slant Nose Class A Motorhome

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Becoming a Revconeer - Kauf U.S. Motorhome

Beitragvon frontpushbar » Montag 31. August 2020, 21:34

4. Kontinuierliche Weiterentwicklung

Der Hersteller Revcon bemerkte bald, dass sein
Flat Nose Design auf dem Gebiet der Aerodynamik
einiges zu wünschen übrig ließ. Obwohl offiziell
“nur“ auf 98 mph getestet, erreichten die Revcons
trotz des “schachtelartigen“ Erscheinungsbildes
durchaus auch dreistellige mph Werte, doch
man wollte den Verbrauch noch weiter senken.

1978 wurde daher die 2. Generation
vorgestellt, auch bezeichnet als Revcon
“Slant-Nose“.

Bild

Das neue Design war aerodynamischer
als ein Flat-Nose Revcon, es erzielte
auch einen moderneren Look für ein
Motorhome, welches ja bereits den
innovativsten Antriebsstrang hatte.

Bild

Außerdem wurde neben Aluminum auch Fiberglas
verwendet.

Bild

Ironischerweise, während Revcon gerade
sein äußeres Erscheinungsbild verbesserte,
unterzog Oldsmobile dem Toronado
einem Downsizing.

Der neue 350er Motor und das
kleinere Turbo-Hydramatic 325
Getriebe waren für eine Nutzung
in einem Motorhome nicht geeignet.
Revcon blieb also nichts übrig, als
seinen eigenen Antriebsstrang
herzustellen.

Mein eigener 1979er Revcon dürfte da so
eine besonders rare Zwischenlösung
sein, dieser hat nämlich noch
einen 403er (6,6 Liter) Oldsmobile
Toronado V8 Motor in Kombination
mit einem 425er Automatikgetriebe.

Die 403er Oldsmobile L80 Engine im Revcon,
aber auch im GMC Motorhome, wurde
übrigens extra für die schärferen
Abgasvorschriften Ende der 1970er Jahre
entwickelt, er ist der einzige V8 mit Vergaser,
der bis 1990 die strengen kalifornischen
Limits einhalten konnte. GM setzte beim
403er Smallblock auf Leichtbauweise und
extrem große Kolben, der Motor ist zuverlässig,
er mag aber auf Dauer keine hohen Drehzahlen
(Kühlproblem wegen des geringen Zylinderabstands)
und eignet sich schlecht zum Tuning.

Bei meinem Revcon dürfte es sich hierbei
um einen der saubersten Motorhome Oldtimer
handeln, die gegenwärtig noch auf der Straße sind ;-)

Eine rare Zwischenlösung deshalb, denn eigentlich
wurde 1979 der erste Revcon mit einer 454er Maschine
von Chevrolet in Kombination mit einer Heavy Duty
475er Turbo-Hydramatic und einem am Ende vom
Getriebe montierten Übersetzungsantrieb,
welcher die Kraft nach oben zu den Antriebsachsen
und dem Heavy Duty Dana 70 Differential weiterleitete,
vorgestellt.

Das ganze System glich einem
4WD Lastwagenantrieb, nur
ohne hintere Kardanwelle und
Differential.

Das Interieur konnte nach beinahe
allen Vorstellungen der Kunden
ausgestaltet werden, z. B. echte
Keramikfliesen, Hartholzausführungen
in Kirsche, Eiche, und - als echte Revcon
Tradition - aus Teakholz.

Bild
Zuletzt geändert von frontpushbar am Montag 31. August 2020, 22:10, insgesamt 1-mal geändert.
Ford Crown Victoria P71 Police Interceptor
GMC Safari Gulf Stream High Top Conversion Van
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