Eine interessante Randnotiz zu der Geschichte das Campens in der freien Natur ist die Rolle, welche Ford im Zuge dessen in der
Entwicklung des Kochens spielte.
Er benötigte nämlich eine Menge Holz um die Rahmen seiner Fahrzeuge fertigen zu können, also erwarb Henry eine Reihe von Sägemühlen weiter nördlich in Michigan. Als quasi Nebenprodukt fielen bei der Produktion eine Menge Schnittholz und Sägespäne an, die vorerst unbeachtet weggeworfen wurden. Ford hasste Abfall. Also startete er einen Prozess, um aus diesen Restbeständen Holzkohlebriketts in Kugelform zu gewinnen. Dieses Produkt wurde dann als "Ford Charcoal Picnic Kit" in den Schauräumen der Autohäuser verkauft.
Später wurde auch ein "Ford Camping Grill" angeboten.
Das war die Geburtsstunde des "BBQ" (Barbecue - Grillfest) so wie wir es heute kennen! Im Jahre 1951 verkaufte die Ford Motor Company die Holzkohlefabrik an seinen ersten Cousin und gelegentlichen Begleiter (Vagabond) E. G. Kingsford. Dieser Name ziert bis heute die Holzkohlesäcke in den Supermärkten von Küste zur Küste in den Vereinigten Staaten. Aber es war Henry Ford, welcher in seiner Weitsicht dieses Produkt auf den Markt brachte.
Die Vagabunden traten ihre letzte Reise im Jahr 1924 an. Burroghs war bereits verstorben und Henry Ford´s Präsidentschaftsambitionen wurden geringer. Außerdem traten seine merkwürdigen Ansichten bezüglich Nationalismus, Gewerkschaften und Juden deutlich ans Tageslicht. Der Tross war mittlerweile zu aufgebläht, die Frauen, Diener und Mannschaften vergrößerten den Umfang der Unternehmung immens. Schlimm wurde es, als Firestone Jr. auch noch seine Pferde mitnahm. Die Sache war doch gerade die, dass man mit Hilfe des Automobils von den Pferden wegkommen wollte. Henry Ford zog also die Reißleine.
Der Einfluss von "The Vagabonds" war jedoch enorm. Wenn sich schon diese Leute so gut mit ihren Automobilen in den Wäldern amüsierten, warum konnte so etwas nicht auch der Durchschnittsamerikaner genießen?
Die Bewegung für gute Straßen und öffentliche Campingplätze erlebte einen gewaltigen Aufschwung. State und National Parks wurden gegründet. Ford´s Experimente führten zu frühen Versuchen, den Station Wagon (Kombi) als Familien RV umzurüsten. Die Firma hatte sich im Grunde früh mit dem Gedanken beschäftigt, ein Haus auf Rädern zu etablieren. Letztendlich hat es nicht ganz so gut funktioniert, wie man es sich erhoffte. Wenn man sich jedoch die Ford Produkte und Publikationen zum Thema Camping zu Gemüte führt, war die ganze Sache ein Riesenerfolg.
In den 1950ern erschien "The Ford Guide to Outdoor Living on Wheels", dessen Inhalt immer noch auf die Aktivitäten der Vagabunden unter der Regie von Henry Ford aus den 1920ern beruhte.
(vgl. Twitchell, 2014, S. 80 f.)