Was schrieb ich über etwaige Reisen mit dem Motorhome gen Süden?
Griechenland weist Camper in die Schranken
Das Leben und Reisen im Wohnmobil erfährt seit einigen Jahren einen neuen Boom. Insbesondere Influencerinnen und Influencer teilen ihr „Van Life“ gerne auf TikTok, YouTube und Co. Der Traum der Freiheit wird nun allerdings im beliebten Reiseland Griechenland stark eingeschränkt. Die Behörden wollen mit einem neuen Gesetz konsequenter gegen Wildcampen vorgehen, schrieb die griechische Tageszeitung „Kathimerini“ am Freitag.
Das neue Gesetz sieht striktere Regeln vor. So ist es künftig verboten, mit Wohnmobilen, Campingvans und ausgebauten Bussen dauerhaft zu parken – es sei denn, man befindet sich auf einem Campingplatz oder einem Parkplatz, den eine Gemeinde explizit für Wohnmobile ausgewiesen hat. Betroffen sind auch Zelte.
Das Gesetz mit der Nummer 5170/2025 legt genau fest, dass das Aufstellen von Zelten und das Abstellen von Wohnwagen an archäologischen Stätten, Küstenstreifen, Stränden, Waldrändern, in Wäldern sowie allgemein in öffentlichen Bereichen für mehr als 24 Stunden untersagt ist.
Saftige Bußgelder
Zudem ist das Parken von Fahrzeugen für mehr als 24 Stunden nun auch auf ganz normalen öffentlichen Parkplätzen verboten. Die Bußgelder für Verstöße sind hoch: Pro Person können 300 Euro fällig werden. Wehren sich Camperinnen und Camper gegen den Bußgeldbescheid oder ergreifen die Flucht, geht der Fall vor Gericht.
Dabei drohen laut „Kathimerini“ bis zu 3.000 Euro Geldstrafe und bis zu drei Monate Haft. Die Neuregelung betrifft sogar private Grundstücksbesitzerinnen und -besitzer. Auch sie dürfen nunmehr höchstens ein Wohnmobil auf ihrem Gelände beherbergen.
Ziel der Regelung sei es unter anderem, dass legal betriebene Campingplätze nicht beeinträchtigt würden, informierte das Tourismusministerium auf Anfrage griechischer Medien. Das Gesetz sorge für die Einhaltung von Hygiene und Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sowie Touristinnen und Touristen. Es verhindere außerdem die missbräuchliche Nutzung des öffentlichen Raums zum Nachteil von Umwelt und Altertümern, hieß es.
Wohnmobilclub kündigt Protest an
Der
griechische Wohnmobilclub kündigte bereits Protest an und zieht sogar in Betracht, mit einem Wohnmobilkonvoi zu demonstrieren, schrieb „Kathimerini“. Der Club besteht aus rund 530 Mitgliedern. „Wir waren überrascht“, sagte Vorstandsmitglied Georgia Karlou der Zeitung. „Niemand hat uns aufgefordert, an einer Konsultation zu dieser Regelung teilzunehmen.“
Auch sei niemand über die Verabschiedung des Gesetzes informiert worden, die bereits im Jänner vonstattenging. Wellen schlug die Neuerung erst, als Ende April bekanntwurde, dass drei Mitgliedern des griechischen Wohnmobilclubs von der Polizei je 300 Euro Bußgeld aufgebrummt wurden, weil sie ihre Wohnwagen zu lange abgestellt hatten. „Bei dem Gesetz handelt es sich um eine unverhältnismäßige Einschränkung der individuellen Freiheit“, kritisierte Karlou.
Quelle:
https://orf.at/stories/3392451/#:~:text ... sagt%20ist.
Na, das kann man auch in Österreich erleben: Mein Nachbar parkte "zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit" mit seinem alten Camper seitlich bei einem Feld im Nirgendwo. Er kam erst spät in der Nacht an und wollte früh am nächsten Morgen weiterfahren.
Da klopfte es. Es war der Grundstücksbesitzer und er kündigte ihm eine Anzeige an. "Wird es billiger, wenn ich sofort verschwinde?" "Nein, das muss jetzt im Geldbörserl rascheln, damit so etwas aufhört."
Im Endeffekt waren es knapp 1.000 Euro, trotz Anwalteinschaltung seinerseits.
Gut, in dem Bundesland raschelt seit damals geldmäßig überhaupt nichts mehr, da mein Nachbar dort nie wieder etwas ausgeben wird. Er fuhr stattdessen letztes Jahr bis ans Nordkap.
Sicher, selbst schuld. Vorher fragen oder ein Campingplatz wäre auf jeden Fall die bessere Wahl gewesen.
Wie auch immer.
Wir hangeln uns mit dem Revcon - wenn überhaupt in Ö, dann nur entlang der nördlichen Grenze abseits der Autobahnen von Privatgrundstück zu Privatgrundstück von Freunden entlang.
Zwischenzeitlich saugt sich der Revcon fröhlich mit billigem Sprit jenseits der Grenze in Tschechien mit 240 Litern voll. Mit über 1.000 km Reichweite brauchen wir somit in Ö ohnehin nie aufzutanken.
Meine Route, meine Tankstellenauswahl, meine Konsumentscheidung.
Was Griechenland betrifft sehe ich die Sache etwas differenzierter. Zunächst einmal haben die Griechen meinen Respekt, denn welche Einsparungen diese zur Eindämmung ihrer Schulden damals bereit waren in Kauf zu nehmen...und sie glauben an die EU.
Ich denke, dass denen mittlerweile der Camping- bzw. der Tourismuswildwuchs einfach zu viel wird. Ältere Bekannte, die seit den 1980ern immer mit dem Wohnwagen mit Familie nach Griechenland gefahren sind, haben dies bereits vor 20 Jahren aufgegeben. Strände wurden zubetoniert, einst wunderschöne Buchten durch "Strandbars" bis zur Wasserlinie hin völlig verschandelt.
Ich glaube auch, dass es dort ein gewaltiges Abfall- bzw. Entsorgungsproblem gegeben hat bzw. gibt. Der z. B. dänische Camper wird seinen Mist oder seine Fäkalien sicher nicht wieder in sein Heimatland mitgenommen haben.
Mit der Neuregelung trifft es diesmal auch die Pickups mit den Wohnkabinen auf der Ladefläche. Die konnten bisher einfach auf dem Parkplatz am Strand stehenbleiben, da die Kabine hinten als "Ladung" gilt.
Dem Bericht zufolge hat es aber gegenwärtig in erster Linie die griechischen Wohnmobilbesitzer selbst erwischt.
Das mit dem sogenannten "Boom" ist bei uns auch so eine Sache, im vergangenen Jahr rutschte ein großer Wohnmobilanbieter in die Pleite, da es "plötzlich" keine Nachfrage mehr gab.
Quelle:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3281830/