Benzinadditive ersetzen in konzentrierter Form den ursprünglich vorhandenen "Bleianteil" im Benzin.
Tetraethylblei/Bleitetraethyl oder Tetramethylblei sind die Bausteine, die in diesem Zusammenhang oft
als "Blei" bezeichnet werden (Es gibt auch Additive, die das stoff- und wirkungsspezifisch ähnliche Mangan
als Zusatzstoff benützen). Es handelt sich hierbei um organische Substanzen.
Diese basieren auf Kohlenstoffverbindungen (CH), die ein großes Molekül mit Bleiatomen (Pb) bilden.
Bei der Verbrennung im Motor bilden genau diese Moleküle als Rückstände eine Oxydschicht, die sich
auf dem Ventil und dem Ventilsitz absetzt. Diese Oxydschicht verhindert durch ihre enorme Belastbarkeit
eine Verschweißung des Ventils mit dem Ventilsitz. Der Motor ist auf diese Weise auch für höhere Belastungen
vorbereitet, wodurch eine längere Lebensdauer wahrscheinlich wird.
Was passiert ohne diese schützende Oxydschicht?
Nach erfolgter "Explosion" des Benzins werden die Abgase über die Auslassventile ausgeschieden.
Dies beansprucht die Auslassventile in ungeheurem Maße und erhitzt sie.
Je höher die Belastung des Motors ist, desto mehr werden die Auslassventile erhitzt.
Aufgrund der glühenden Ventildeckel kommt es zu einer Verschweißung der Ventilsitze im Motorkopf.
Die Nockenwelle kann zwar diese Verbindungen wieder trennen, allerdings werden bei diesem Vorgang
winzige Partikel aus dem Ventilsitz heraus gerissen.
Im Laufe der Zeit führt die Wiederholung dieses Ablaufes dazu, dass das Ventil nicht mehr richtig schließt.
Als Folge dessen können Kompressionsverluste auftreten. Im Extremfall ist es sogar möglich,
dass ein Ventil fest sitzen bleibt und einen Totalausfall des Zylinders hervorruft.
Gilt das auch für eingefahrene Motoren?
In Oldtimerkreisen hält sich hartnäckig die Ansicht, dass man bei Motoren mit Laufleistungen von
mehr als 100.000 km, den Bleiersatz weglassen kann. Man ging bei dieser These immer davon aus,
dass der Motor im Laufe seines Betriebes ausreichend viel Blei an den Sitzen angereichert habe.
Diese Oxydschicht ist zwar vorhanden und belastbar, allerdings wird diese Schutzschicht unter den
extremen Belastungen in einem Motor Stück für Stück wieder abgebaut. Vor allem unter größeren
Belastungen für den Motor geschieht dies recht schnell und das Problem der oben beschriebenen
Verschweißung zwischen dem Ventil und dem Ventilsitz tritt wieder auf.
Gibt es noch weitere Vorteile?
Weitere Wirkungen des Blei-Additiv sind die Verringerung der Klopfzahl und Erhöhung der Oktanzahl.
Auch dies wirkt sich positiv auf die Lebensdauer des Motors aus.
Unser Fazit:
Festzuhalten bleibt, dass Benzinadditive bei Oldtimern der Langlebigkeit dienen und somit sinnvoll sind.
Eine Produktempfehlung möchten wir an dieser Stelle nicht aussprechen, da die Inhaltsstoffe und
Wirkungsweisen der zahlreichen Additive am Markt sehr ähnlich sind.
UND WENN MAN GLEICH ZUGIBT " KOPIERT ZU HABEN " BRAUCHT MAN AUCH NICHT ZURÜCKTRETEN ....
Leider wird in diesem Beitrag weder auf die thermische Relevanz, noch die friktionsmindernde Wirkung
der " Blei - Beimengung " eingegangen. Beide Faktoren konnten aber bei Vergleichsmessungen der
Abgastemperatur und anhand der ermittelten Verschleisswerte an den Ventilschäften und Führungen,
sowie an den obersten Kolbenringen eindeutig nachgewiesen werden
Der "Kühleffekt " des Bleis kann jedoch mittels der aktuellen Additive NICHT - oder nur in dem Umfang
als sie auch Reibungsmindernd wirken(?) - ausgeglichen werden. Wie schon erwähnt ist also mit der
Verwendung eines Additivs, bei effektiver Drehzahlbelastung einer hochverdichteten Maschine aus der
Muscle-Ära nur ganz selten schon alles " geregelt " ...
GREETS