So, am Mittwoch habe ich mein Wechselkennzeichen abgegeben, der Ford und der GMC sind jetzt
offiziell stillgelegt - ein seltsames Gefühl. Das letzte Mal tat ich dies bei meinem 1971er Ford LTD
Brougham Convertible (6,6 LIter V8, Erstbesitzer war der Komponist Christian Kolonovits) anno
Herbst 2008.
Ich benutzte das Cabrio nur als Sommerfahrzeug, alljährlich von April bis Oktober. Der Ford befand
sich von 2001 bis 2009 in meinem Besitz, irgendwann möchte ich mir wieder ein LTD
Convertible zulegen, dann aber ein 1972er Modell.
Für die Garagierung über die Herbst/Wintermonate in einer TG in Wien löste ich einfach nur
die Kontakte an der Batterie, deckte das Fahrzeug ab und bockte es mit 4 Stützen auf um die Reifen
zu entlasten. Im April des nächsten Jahres stellte ich die Stromversorgung wieder her, pumpte
5x mit dem Gaspedal und der Motor sprang beinahe so an, als wie wenn er noch warm gewesen wäre.
Für den Police Interceptor gab es bis jetzt - bis zu diesem Winter - keinerlei Schonung, die Schneeketten
waren dabei stets griffbereit, manchmal musste ich sie 3x am Tag rauf und runter montieren,
besonders die letzten 50 Meter steil bergauf waren an meinem vorletzten Wohnsitz damals mehr als biestig.
Haha! - RWD- könnte man sagen, aber keine Sorge, ich sah auch an besagter Stelle nagelneue SUVs
deutscher Produktion hängenbleiben...und rückwärts wieder hinunterrutschen.
Aber nur so wird man schließlich zum Spezialisten, beide Ketten montierte ich hinten bei Bedarf in
der Nacht tastend in rund 5 Minuten. Sie taten auch gute Dienste als vor einigen Jahren im Februar die letzte Steigung
vor Korneuburg mit hängengebliebenen LKWs blockiert war - so etwas hatte ich die letzten 20 Jahre nicht
mehr erlebt. Einfach die gefaltet verpackten Schneeketten aus dem Kofferraum und fertig. Die Truck-Driver schauten
so

, als ich gemächlich mit sicherem Grip bei ihnen vorbeituckerte...
Aber zurück zur Stilllegung, bei meinem GMC High Top bin ich froh, über einen TG-Platz mit ausreichender Höhe
zu verfügen (Höhe vom Van vorne 2,17m), vielleicht auch ein Mitgrund, warum diese bei uns so selten anzutreffen
sind. In z. B. dt. Foren wird das Hochdach mitunter als Nachteil gesehen. Unser GMC musste uns ebenfalls
immer - bis jetzt - im Winter als Daily bei Bedarf zur Verfügung stehen. Mit dessen Cooper Winterreifen
(ADAC-Urteil: "Nicht empfehlenswert" um 67 Euro pro Stück inklusive Versand) kamen wir im Schneechaos
in D anno 2017 übrigens bestens die steilsten verschneiten Straßen hinauf.
Interessantes Thema, by the way: Solange namhafte (teure) Winterreifen österreichischer Produktion von
hiesigen Autofahrerclubs getestet wurden, waren diese immer an der Spitze vertreten, als sich die Produktion
ins Ausland verlagerte, gingen auch plötzlich die Testergebenisse den Bach runter. Ein Schelm, wer hier Böses
dabei denkt...
Beide, der Crown Vic und der Safari, haben einen Hauptschalter eingebaut. Von diesem hier rate ich ab:
Er war bereits zweimal defekt, einmal schloss sich der Stromkreis trotz abgezogenem "Schlüssel" von selbst (!)
und saugte mir die Batterie leer. Es kam schon mehrmals in den vorangegangenen Jahren vor, dass eines von
meinen beiden Fahrzeugen bei Nichtgebrauch (Wechselkennzeichen) bis zu 8 Wochen durchgehend in der
Garage stand, deshalb die beiden Hauptschalter.
Jetzt habe ich im Ford und im GMC den Typus einbauen lassen:
Dieser war schon längere Zeit im Safari im Einsatz - ohne Probleme.
Ich empfinde es als sehr angenehm, dass meine beiden U.S. Cars trotz unterbrochener Stromversorgung über einem
längeren Zeitraum:
1.) Sofort anspringen
2.) Danach keinerlei Fehlermeldungen anzeigen
Dies ist leider gegenwärtig nicht mehr so einfach, selbst einem 2012er Camaro eines U.S. Car Kollegen tat dessen
Überwinterung mit abgeklemmter Batterie überhaupt nicht gut, im Gegenteil: Sämtliche Warnungen leuchteten grell.
Ich stelle mir gerade vor, wie sich wohl mit einem modernen Elektroauto eine etwaige Überwinterung, oder auch
überhaupt eine längere Stilllegung ohne Stromanschluss gestaltet? Nicht jeder langfristige Stellplatz (z. B. Scheune)
ist mit einer Elektrizitätsversorgung ausgestattet.
Aktive Warnlampen sind für mich ein No-Go, im wahrsten Sinne des Wortes. Fehlermeldungen nach Unterbrechung des Stromkreises
dürfen bei mir nicht sein, genauso wenig wie ein "Anlernen" einer neuen Batterie (40 Euro zusätzlich in der einschlägigen
Fachwerkstätte eines dt. Herstellers), geschweige von einem "Support" im Hintergrund, der ständig dafür sorgen muss,
dass sich das Auto nicht plötzlich in einen "Briefbeschwerer" verwandelt und ganz nebenbei von einem auch noch
sämtliche Daten abgreift. No, Sir - da bleibe ich persönlich lieber bei meinen "dummen" und alten U.S. Karren:
Hauptschalter aus und nach ein paar Monaten wieder ein - no problem.
Das entwickelt sich auf den Mobilitätssektor in eine völlig falsche Richtung, in eine totale Abhängigkeit bzw. in
eine Sackgasse vollkommener Auslieferung, so ist schon in den USA ein Kampf um das "Recht auf Reparatur" entbrannt:
"US-Landwirte kämpfen derzeit intensiv um das Recht, ihre Traktoren selbst reparieren und modifizieren zu dürfen.
Das berichtet die US-Plattform Motherboard. Bereits kleine Reparaturen seien für die zunehmend in Bedrängnis
geratenen Landwirte mit hohen Kosten verbunden. „Um den Traktor auf einen Lastwagen zu bekommen, muss ich
1000 US-Dollar zahlen. Bis der Traktor dort und wieder zurück ist, muss man 2000 US-Dollar bezahlen, um etwas
Kleines reparieren zu lassen“, beschreibt Kyle Schwarting, ein Farmer aus dem US-Bundesstaat Nebraska.
Um Defekte zuhause erkennen zu können, musste er sich online eine illegale Kopie des Diagnose-Tools von
„ John Deere“ beschaffen. „Obwohl die Traktoren immer mehr High-Tech werden, haben wir selbst nicht die
Möglichkeit, diese anzuschließen und Diagnosen zu stellen. Auch reparieren oder Teile zu verwenden, die wir
gekauft haben, ist nicht möglich. Es gibt zwar gebrauchte Teile zum Kauf, aber wenn ich sie einbaue, funktioniert
der Traktor nicht“, erklärt Tom Schwarz, einer der von Motherboard befragten Landwirte."
Quelle:
https://futurezone.at/digital-life/us-b ... /400003823
Da lob ich mir meinen guten alten OBD2 Scanner aus China. Was ich mit dem schon alles ausgelesen habe...
Aber bitte nicht über die Amerikaner lächeln, auch in der EU ist diese Problematik bereits Thema:
https://efahrer.chip.de/news/recht-auf- ... ion_103430
So weit so gut, aber zurück nach Österreich: Die Regierung möchte eine Reduktion der persönlichen Mobilität angesichts
der Corona-Gefahr. Gut, als pflichtbewusster Staatsbürger, der alle Corona-Maßnahmen mitträgt (mir tut noch immer die
Nase weh vom heutigen Test

), handle ich selbstverständlich auch jetzt im Sinne der österreichischen Koalition
und reduziere meine Mobilität - und die steuerliche Abgabenlast gleich mit.
Der Nichtkauf der österr. Jahresvignette für die Autobahn bzw. - wenn möglich - die Nichtbenützung von derselben und
die Stilllegung meiner Fahrzeuge beschert mir für 2021 eine nicht unerhebliche Ersparnis. Ich zahle für die Versicherung
meiner U.S. Cars (Wechselkennzeichen - Stufe 0) 1.636,79 jährlich, davon beträgt die österr. KFZ-Steuer alleine 1.135,44 Euronen.
Ich trachte nun danach, meine KFZ Versicherungsaufwendungen, inklusive der Vollkasko für den Revcon (!) im Idealfall
auf einen jährlichen Gesamtbetrag von rund 1.100,-- Euro zu reduzieren, denn auch in den Monaten Juli und August - wo
wir ohnehin nur mit unserem Motorhome unterwegs sind - werde ich die Kennzeichen von meine beiden Fahrzeugen
(sollte wieder kein U.S. Car Treffen stattfinden - sonst 2 Monate im Herbst) bei der Versicherung hinterlegen.
In diesen Zeiträumen ist Gehen, Einkaufen mit Rucksack, sowie Laufen und Fahrradfahren angesagt.
Aber Vorsicht: Erst wenn die Kennzeichentafeln mindestens 45 Tage hinterlegt wurden, ist für den Hinterlegungszeitraum
keine Kraftfahrzeugsteuer zu entrichten. Der Tag der Hinterlegung und der Tag der Wiederausfolgung werden nicht in die
45 Tage miteinbezogen.
Auf diesen Gedankengang mit der Stilllegung wäre ich vorher gar nicht gekommen, aber wenn wir jetzt ohne Probleme
nirgendwo hinfahren, oder unsere weit gestreuten Familien/Freunde/U.S. Car Kollegen etc. nicht einmal besuchen dürfen...
Von den bis zu 35.000 km (im Extremfall) jährlicher Gesamtfahrleistung inklusive den regelmäßigen 900 km Trips am Wochenende
nach Deutschland werden wir uns wohl für längere Zeit herzlich verabschieden können. Ich bin mir nicht einmal mehr so sicher,
ob ich im April den revidierten Revcon (dort gehen die Arbeiten mittlerweile anhand meiner Liste munter voran) überhaupt von
meinem Mechaniker in Sachsen abholen werde können.
Um das hier eindeutig klarzustellen: Ich persönlich bin in der glücklichen Lage, mir meine Mobilität so zu gestalten, wie ich
dies möchte und dabei einiges an Geld einzusparen. Das war nicht immer so, ich musste mir das erst erarbeiten und auch
flexibel gestalten. Ich habe vollstes Verständnis für diejenigen, welche das aufgrund von Beruf, Wohnort oder anderen Faktoren
nicht können und auf ein Fahrzeug oder die Autobahn unbedingt angewiesen sind - das war bei mir mitunter auch der Fall.
Dieser Umstand führt bei mir zu keinerlei negativen Bewertung der Handlungsweisen der Betroffenen. Meine Zeilen sollen
lediglich Möglichkeiten aufzeigen, wo sich vielleicht bei dem einen oder anderen Haushalt Einsparungspotential auf dem
Mobilitätssektor ergeben könnte.
Schließlich zählt in Zeiten wie diesen jeder Cent...und weitere (finanzielle) Einschränkungen aufgrund neuer Corona-Maßnahmen
stehen uns womöglich noch bevor.
Aber trotzdem: Der nächste Sommer mit einer neuen U.S. Car Saison kommt bestimmt und ich freue mich darauf!