Die nächste Thematik, bei der einem als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer der Schädel wackeln kann, ist die "Autonomie der Energieversorgung". Ein momentan, gerade in unsicheren Krisenzeiten wie diesen, unter den Gesichtspunkten von explodierenden Strom- und Gaskosten, sehr wichtiges Thema.
Zudem ist das durchaus realistische Szenario eines möglichen Blackouts, welcher plötzlich wie ein Sprungteufel aus der (Amazon)Schachtel, mitten in die heile Welt des smarten Homes mit davor friedlich parkenden E-Mobil des wackeren Early Adopters hineinplatzen kann, eine Horrorvorstellung: Nix mehr mit Prime, Alexa, lautlosem Fahren und so.
So entspinnt sich der durchaus verständliche Wunsch, als Hausbesitzerin oder Hausbesitzer zumindest vom Stromversorger unabhängig zu werden, bei dem man seine Autonomie vorher durch Kauf eines hippen Elektroautos dummerweise vollständig abgeben hat. So ist es ja bekanntlich nur möglich, seinen Stromanbieter zu wechseln - den Netzbetreiber nicht. Wenn die Leitungen erstmal für mehrere Wochen ohne Saft sind, funktioniert naturgemäß die schöne, neue E-Mobilität etc. nicht mehr.
Der zwangsweise Einbau eines wartungsbedürftigen Smart Meters (Zusatzkosten!) und der Rausschmiss des guten, alten Ferraris-Stromzählers, welcher 30 Jahre plus hielt und welcher weder gehackt, noch aus der Ferne abgeschaltet werden konnte, ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Ich persönlich protestierte (vergeblich) gegen den Zwangseinbau des Netzbetreibers, wählte jedoch die Option-Out. Das letzte Wort ist aber in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen, ich bin mit den Stadtwerken noch nicht fertig und habe dies ihnen auch mit einem geharnischten Schreiben mitgeteilt. Nach dem bei uns erfolgten Zwangseinbau ging ich in den Keller und riss als (psychohygienische) Kompensationsmaßnahme das mir damals ungefragt eingebaute (tote) Glasfaserkabelanschlussmodul - für Internet/TV, Eigentum der Stadtwerke - von der Wand. Das tat gut.

Ich hatte mir ja vorsorglich beim Hausbau einen zweiten Internetanschluss von der Post legen lassen.

Das Modul schickte ich dann - gut verpackt - mit einem Protestschreiben, in dem ich meine Gründe darlegte ("...dulden wir nach dem Zwangseinbau des Smart Meters keine weitere Gerätschaften der Stadtwerke in unserem Haus..."), direkt an den Leiter der Stadtwerke.

Des Weiteren habe ich technische Vorkehrungen gegen unbefugtes Auslesen und Ausspioniererei vom Smart Meter in petto. Wie auch immer - all dies sind ungünstige Entwicklungen mit Blick auf die Stromversorgungssicherheit.
Teufel auch! Jetzt aber!
Findige Unternehmer bieten gegenwärtig daher - oft gar nicht selbst, sondern auf Provisionsbasis (erkennbar an kümmerlichen Informationen auf der zusammengestoppelten Homepage samt Einladung zum "Beratungsgespräch") sogenannte "Blackout Absicherungen" (Inselsysteme) an, bestehend aus einer photovoltarischen Anlage mit dementsprechenden Speicher. Zudem soll so eine Installation dabei helfen, die horrenden Stromausgaben gewaltig zu reduzieren. Versprochen wird eine bis zu 100prozentige Autarkie!
WOW!
Hört sich gut an, jedoch steckt der Teufel - wie immer - im Detail. Die Beschwerden beziehen sich hierbei auf z. B. fehlende CEs (Konformationserklärungen) oder nicht vorhandene Typenschilder auf den einzelnen Komponenten. Anscheinend gibt es auch große Probleme bei der Abstimmung derselben, in einem Fall bedient sich die Anlage unkontrolliert mit Strom aus dem öffentlichen Netz, um so ihren Speicher aufzufüllen. Eigentlich so gar nicht Sinn der Sache. Obwohl von einem renommierten Fachbetrieb installiert, kann das Problem einfach nicht gelöst werden.
Eine exemplarisch kritische Stimme, welche weitere Details beschreibt:
"Die Anlage hat viele Mängel, die trotz Zusagen bis heute, nach 18 Monaten Betrieb, nicht behoben worden sind.
Wartungsvertrag (für Erweiterung auf 10 Jahresgarantie) liegt nicht zum vereinbarten Preis vor. Der vertraglich vereinbarte Anschluss für einen externer Zusatz-Generator (Benzin!) zur Batterienachladung bei Netzausfall wurde bis heute nicht eingebaut.
Mehrfache Anlagenausfälle durch Überhitzung. Prüfung und Erneuerung des Ventilators fehlt. Differenz zwischen Anlagenanzeige und Stromzähler des Netzbetreibers beträgt 15%. Klärung offen.
Falsche Information zur möglichen Anzahl der anschließbaren Panels. Dadurch ist die Panelanzahl unnötig klein.
Not-Aus Schalter funktioniert nicht.
Die Wechselrichter leisten je Phase nur 2,4 kW. Das ist zwar letztlich fachlich richtig, wurde aber im Vorfeld dem Kunden/Laien als 3 kW kommuniziert. Bei ca. 9000 kWh Jahresverbrauch (kein E Auto, keine E Heizung) und installierten 8 kWP müsste die PV Anlage bezogen auf Dach-Ausrichtung und örtlicher Einstrahlung ca. 6600 bis 6800 kWh erbringen.
Die PV-Anlage produziert aber nur 5000 kWh (falsche Stringverkabelung?) und erreicht damit nur eine Netzstromersparnis von 4000 kWh statt "versprochener" ca. 5600 kWh.
Der Gesamt-Wirkungsgrad der Anlage über ein volles Jahr beträgt nur 80% (tatsächlich erzeugter PV Strom zu tatsächlicher Netzstromerspranis) und erreicht damit einen Autarkiegrad von nur 45%. Kommunikation seit Vertragsabschluss schlecht."
Ein wichtiger Punkt: Was macht man denn, wenn die Firma, welche die Komponenten installiert bzw. eingerichtet hat, nach ein paar Jahren nicht mehr existiert? Wieder einmal das große Thema "Support", ohne den geht's (auf dem E-Sektor) offensichtlich nicht (mehr).
In den einschlägigen Foren kann man des Weiteren auch nachlesen, dass die Rentabilitätsberechnung dieser photovoltarischen Speicheranlagen mit rund 7 Jahren als zu optimistisch eingeschätzt wird. Der Grund ist - wie beim E-Auto - die verwendeten (teuren) Batterien. Diese müssen unter Umständen wegen der beanspruchenden Ladezyklen bereits nach 5 Jahren erneuert werden und sind oftmals nicht einkalkuliert. Realistischer sind 15 bis 17 Jahre bis zur Amortisation. Ob jedoch die komplexe Steuerung und die anderen Komponenten fehlerfrei über all die Jahre funktionieren sei dahingestellt (s. ebenfalls wieder Elektrofahrzeug). Auch die Kosten für die regelmäßige Wartung gilt es zu berücksichtigen. Wenn es dabei gleich vom Start weg rumpelt, kann man sich ja den Rest denken. Angebote bis 10.000,-- Euro kübelt die Hausbesitzerin/der Hausbesitzer besser gleich im Vorfeld. Realistischer sind 40.000 Euro aufwärts, um halbwegs auf eine wirkliche (Teil)Autonomie zu kommen.
Besser gut informieren und die versprochenen Leistungsdaten vertraglich schriftlich fixieren! Sonst füttert man lediglich die entsprechende Branche bzw. die lokalen Stöppseln, inklusive Steuern/Abgaben und begibt sich nur von einer Abhängigkeit in die nächste - mit Investitionsverlust und ohne Einsparungspotential.
Weiterführende Infos für Interessierte zu Speichersysteme OFFGrid (Forum):
https://www.photovoltaikforum.com/board ... e-offgrid/
Mein guter Freund und U.S. Car Kollege löste dieses Problem "Old School", nämlich mit einem Generator um rund 2.000,-- Euro und einem Dieselvorrat für 1 Woche.
Bei mir wird dann für den Fall der Fälle der Inventer Stromerzeuger vom Revcon als Reserve bereitgestellt. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
P.S. Unser Haus ist mit einem solaren Warmwasserspeicher ausgestattet, welcher den Gasverbrauch reduziert und bis jetzt ohne Wartung oder Probleme funktioniert hat.