Wohnen im Revcon
Nach nur einer Nacht hatten wir uns eingewöhnt.
Es gibt insgesamt 6 Schlafplätze. 2 für die Kinder durch
Umbau der Dinette zu einem (kleinen) Doppelbett, 2 auf
dem ausziehbaren Sofa vorne rechts gleich neben der
Seitentür und 2 im großen Doppelbett hinten im
Bedroom.
Das Schlafgefühl vorne als auch im Heck ist sehr
angenehm, der Innenraum ist dank zahlreicher
Entlüftungsmöglichkeiten auch nicht muffig -
wenn sich der Motor abgekühlt hat, vorher
riecht es ein wenig nach “Garage“

. Sollte es
im Innenraum mal zu heiß sein, kann man
hierfür die Dachklima einschalten.
Die Frigiking AC über dem Doppelbett hinten im
Schlafzimmer funktioniert (momentan) nur mit
Landstrom - so wie das NuTone Küchengerät - und 110
Volt, die einzigen beiden Geräte übrigens, die nicht auf
220 Volt umgebaut wurden.
Ich frage mich wirklich, warum viele Revcons,
aber auch GMC Motorhomes, zwei AC Units
(vorne/hinten) auf dem Dach hatten. Aus
diesem Grund war bei ihnen auch ein 6500
Watt Generator mit an Bord. Die AC wurde in
22 Jahren kein einziges Mal gewartet (!) und
blies beim Einschalten einen eiskalten Sturm
von hinten durch den gesamten Revcon, uns
war dies schon zu kalt. Wahrscheinlich kann
man mit 2 AC Units dann gleich Pinguine
als Weggefährten im Revcon züchten,
außerdem ist die Frigiking innen ziemlich
laut und somit einem ungestörten Schlafen
nicht gerade zuträglich. Das kennt ja sicher
der eine oder andere von den US Motels.
Der tolle Onan Generator flog wohl beim Revcon
leider schon vor Jahrzehnten raus, mir blieb nur
der Originalprospekt in den Fahrzeugunterlagen.
Warum denn das?
Tja, im Gegensatz zu den U.S., wo man
es liebt, mitten in der Wildnis sein Motorhome
abzustellen, um dort seinen Onan den ganzen
Tag laufen zu lassen, damit der airgecoolte Sir
seine Eiswürfel auch mitten in den Rockies im
Shaker klickern lassen kann, ist diese durchaus
lärmintensive Benutzung auf den europäischen
Campingplätze zumeist verboten. Hier hangelt
man sich eher von Campground zu Campground
um dann dort sofort wieder den Landstrom
anzustecken, damit einem die Fischstäbchen
im zwischenzeitlich stromlosen Fridge nicht
davonschwimmen. Natürlich kann dieser auch
mit Strom oder Gas betrieben sein, dann stellt
sich einem die zuvor geschilderte Problematik
natürlich nicht. Ich habe vor, den Onan durch
ein Gerät von Honda zu ersetzen, ich verfüge
nur über eine AC am Dach, also müssten 3.300
Watt reichen, des Weiteren habe auch gerne eine
Notlademöglichkeit für meine Batterien, wenn
wir länger mit dem Revcon mitten in der
skandinavischen Seenlandschaft stehen bleiben
wollen.
Von Solar halte ich aufgrund der Hagelgefahr in unserer
Gegend nicht so viel, bzw. kann ich damit den autarken
Betrieb meiner Frigiking vergessen.
Der Revcon hat eine Menge an Leuchten mit
warmen Licht (alle auch zentral und bequem
neben der Tür zum Ein- und Ausschalten),
Leselampen vorne und auch hinten über dem
Doppelbett, sowie Courtesy Lights im Innenraum
knapp über dem Boden verteilt, im Badezimmer
wurden sehr helle LEDs verbaut.
Die Truma Warmwasseraufbereitung mit Gas
funktioniert hervorragend, es können wirklich 4
Personen problemlos hintereinander warm
duschen, der Wasserdruck in der Duschkabine
ist auch für eine Haarwäsche stark genug.
Das alles funktioniert mit 12 Volt, die
Wasserpumpe wird mittels Kippschalter betätigt
und bleibt beim Duschen einfach eingeschaltet.
Denselben Schalter gibt es auch vorne für die
Doppelspüle in der Küche. Das Badezimmer
hat neben dem Porzellanwaschbecken
genug Ablagemöglichkeiten für Rasierer etc.,
zusätzlich ist unten ein großen Schrank
mit 2 Schiebetüren eingebaut und es hängt ein
Spiegelschrank über der Porzellantoilette mit
Wasserspülung.
Dank 3000 Watt sinus Wechselrichter kann
über die 220 Volt Steckdose im Bad auch
der Fön von zu Hause betrieben werden.
Schwarzwasser- und Grauwassertank haben
beide eine eigene Entlüftung durch das Dach,
somit ist jegliche Geruchsgefahr gebannt.
Die Toilettensystem funktioniert ohne
chemischen Zusätze.
Hinten am Heck gibt es unten noch einen
Citywasseranschluss mit eingebautem
Wasserdruckminderer samt von innen
zu betätigenden Magnetventil. Der
eingebaute Wassertank kann somit
auch umgangen werden. Man schließt
den Revcon einfach direkt an die lokale
Wasserleitung an.
Die Küche mit ihrem Gasherd mit 4 Flammen
bietet genug Platz für Kochutensilien, Besteck,
Teller, Gläser usw. Sie verfügt über Schränke,
Schubladen, ein Mülltrennungssystem und
einen Gaswarner. Der große Kühlschrank mit
Gefrierfach ist 2 Jahre alt und befindet sich
gegenüber der Kochstelle. Die ganze
Küchenzeile ist so ausgerichtet, dass Personen
hinter der Köchin/dem Koch ohne Probleme
vorbeigehen können.
An der Dinette mit ihrem massiven (demontierbaren)
Tisch für 4 Personen können Mahlzeiten mit Genuß
eingenommen werden, das gemütliche Sofa für 3
Personen lädt zum Herumlümmeln oder Lesen ein.
Uns war es wichtig, dass ein US Motorhome
über genügend verschiedene Plätze zum Spielen/
Relaxen/Schmöckern/Surfen/Videoschauen
verfügt, um so als Familie eine regnerische
Schwedenwoche gemeinsam ohne Lagerkoller
verbringen zu können. Also nicht Aufeinander/
Übereinander und mit einer Rückzugsmöglichkeit
ins hintere Schlafzimmer.
Das gesamte Fahrzeug kann von innen
vollkommen blickdicht gemacht werden,
um die Privatsphäre zu bewahren. Nur sieht
man dann leider nicht, welche Waldschratte
sich des Nachts womöglich rund um das Fahrzeug
bewegen. Um hierfür Abhilfe zu schaffen, habe ich
damit begonnen, vorerst 2 von insgesamt 4 Cams mit
Videoaufzeichnung auf SD Karte zu installieren.
Die teuren Kameras (salzwasserresistent mit
automatischer Beheizung) ermöglichen eine Nachtsicht
bis zu 50 Meter, mit Übertragung von 4 Bildern
gleichzeitig auf einem innen verbauten Monitor, ohne
dass ich dafür in Heckenschützenmanier zwischen
den Vorhängen/Rollos des Revcons durchgucken muss.
Dazu kommt noch, so wie in meinem
Police Interceptor auch vorhanden, eine
vom Bett aus bedienbare 120 Dezibel Sirene,
inklusive Public Address System und Hidden
Strobe Lights. Kann ja nicht schaden.
Die Sat-Antenne stellt sich automatisch auf
und richtet sich auch selbständig auf den
Astra-Satelitten aus. Somit sind dessen TV
Programme auch unterwegs verfügbar.
Der Revcon hat durch seine vielen oberen und unteren
Kästen, dem großen Kleiderschrank, der seitlichen
Kommode im Bedroom und dem voluminösen Aufbau
unter dem Doppelbett sehr viel Stauraum.
Ich habe US Berichte gelesen, wo Leute von
einem Revcon auf ein herkömmliches
Motorhome mit LKW Chassis und einem “Keller“'
- gemeint ist der Laderaum mit den Klappen
unter dem Wohnmobilaufbau - umgestiegen
sind und ihr ganzes Zeugs vom Revcon gerade
noch mit knapper Not in ihrem neuen “modernen“
Motorhome untergebracht haben.
