Gut, zurück zum Ladeproblem, der
Keilriemen war futsch, wir ersetzten
diesen und starteten die Engine.
Die Ladekontrollampe ging nicht aus.
Wir prüften mit einem Kontrollgerät
nach und siehe da - die Lima lud nicht
konstant, sondern pendelte immer
zwischen 10 und 13,5 Volt hin und her.
Was nun? Die Lichtmaschine war ja erst
zwei Jahre alt und wurde unmittelbar
nach der Rückfahrt von Cornwall getauscht.
Danach, im Jahre 2019, reiste der Vorbesitzer
mit immer noch leuchtender Ladekontrolllampe
zweimal nach Holland und kam auch immer
wieder problemlos zurück...
“Was tun?“, sprach Zeus. Einfach so lassen?
Ein Blick in die mitgegebenen Stromkreispläne
machte uns auch nicht schlauer.
“O.k., versuchen wir es mal mit einer neuen Lima“,
dachte ich. Eine 7135M, mit doppelter Halterung,
heavy duty, war schnell um 125,-- Euro bestellt
und wurde prompt geliefert.
Beim Ausbauen staunten wir nicht schlecht,
so sah der linke Stecker von der alten Lima
aus - total verkokelt.
Wir steckten den Doppelstecker nach dem
Tausch vorerst nicht an und starteten den
Motor, doch die neue Lichtmaschine erzeugte
keinen Strom. Zudem sprang der Revcon sehr
mühsam und nur mit Starthilfe an.
Enttäuscht ließ ich das Motorhome bei meinem
Mechaniker stehen und ging zu Fuß den Weg
zum Garten der Schwiegereltern zurück.
Am nächsten Tag, kurz vor Feierabend,
erschien ich mit hängendem Kopf in der
Werkstatt, in der Erwartung, dass sich die
Lima-Problematik wohl oder übel über die
kommenden Tage hinziehen würde.
“Du kannst den Revcon mitnehmen.“
“Was?“
Das Problem war gelöst, er sprang tatsächlich
in der ersten Sekunde an, die Ladekontrolllampe
ging jetzt endlich aus, beide 12 Volt Batterien
(vorne/hinten) hatten Energie und es gab keine
Ladestromschwankungen mehr.
Die Lösung: Mein Mech hatte schließlich nach
einigen Telefonaten mit einem hiesigen
Oldtimerspezialisten einen Belegungsplan
im Netz gefunden und somit stellte sich
heraus, dass der Doppelstecker an der Lima
nach deren Tausch vom Vorbesitzer verkehrt
herum eingesteckt wurde.
Ein kleiner Flüchtigkeitsfehler, bei Bootsmotoren
passiert dieses Missgeschick auch des Öfteren.
Der Regler in der Lima war dadurch natürlich sofort
hinüber, nur kann man den Revcon, der ja
im Heck noch die große AGM Batterie hat,
durchaus über 2000 Kilometer weit nur mit
deren Stromspeisung fahren.
Die Zündung, die Benzinpumpe und alle
anderen Verbraucher holen sich ihren Strom
einfach aus der hinteren, großen Batterie.
Wenn man am Abend dann auf dem
Campingplatz sein Ladegerät mit dem
Landstrom verbindet, ist die entnommene
Energie am nächsten Tag bereits wieder
aufgeladen. So kann man jahrelang ohne
funktionstüchtiger Lichtmaschine fahren und
bemerkt es nicht einmal.
Mir kam das jedoch gleich merkwürdig vor, denn die
Ladeanzeige für die AGM zeigte bei Abholung
3/4 voll und nach der Überführungsfahrt 1/2.
4 LEDs hat die Anzeige, 1 LED entspricht so in
etwa 500 Kilometer.
Aber nach 3 bis 4 Startvorgängen leuchtete die
Ladekontrolllampe dann doch plötzlich wieder
dauerhaft.
Oh, nein - nicht schon wieder...
Zum Glück wurde dieses Problem schlussendlich
schnell behoben, mein Mechaniker überbrückte einfach
den Regler - Marke uralt - auf der Fahrerseite
hinter dem Armaturenbrett.
Jetzt habe ich den Thrill mit der Lampe nur
hin und wieder kurz nach dem Anstarten -
ein Gasstoß und aus ist sie.
Das gleiche Phänomen zeigt sich auch
beim Ausschalten von Verbrauchern, wie
z. B. Abblendlicht/Ventilation bei Fahrtende,
kurz bevor man den Motor abschalten möchte.
Ein Gasstoß und die Ladekontrollleuchte ist
aus, während der Fahrt hat sie bis jetzt noch nicht
aufgeleuchtet - gut, damit kann man(n) leben.
