Gerade jetzt mit dem allmählichen Beginn der Wohnmobilsaison rücken wieder die Erlebnisberichte von diversen Überfällen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Nicht nur Kriminelle in z. B. Spanien, Norditalien oder Frankreich sind die üblichen Verdächtigen - nein, auch in Österreich muss man diesbezüglich auf der Hut sein.
Der "Klassiker" sind winkende Menschen, welche einem überholen und auf eine vermeintliche "Notsituation" am eigenen Camper hinweisen wollen. Wenn man dann stehenbleibt und das Fahrzeug verlässt - um sich die "Panne" zeigen zu lassen - steigt flugs eine andere, zuvor im vorderen Fahrzeug verborgene Person durch die Fahrer- oder Beifahrertür ein und entwendet rasch alle sich dort befindlichen wertvollen Gegenstände.
Siehe:
https://youtu.be/0FKT52TlVHk
Dazu ein paar ein paar Tipps vom ADAC:
"Nur auf gesicherten Camping- oder Wohnmobilstellplätzen übernachten, nie auf Parkplätzen oder Raststätten direkt an der Autobahn.
Wohnmobil sichern: Spanngurt oder Kette, die durch Haltegriffe, Armlehnen, etc. gezogen werden, verhindern z. B. das Öffnen der Fahrerhaustüren von außen. Türsicherungen, Diebstahlwarnanlagen und Gaswarngeräte gibt es im Fachhandel.
Dokumente und Wertsachen in einem fest eingebauten Safe aufbewahren. Halten Sie die Notrufnummer der Polizei im jeweiligen Land bereit."
Anmerkung: Die Sache mit dem "Betäubungsgas" halte ich für ein Gerücht.
"Nur auf gesicherten Camping- oder Wohnmobilstellplätzen übernachten, nie auf Parkplätzen oder Raststätten direkt an der Autobahn.
Wohnmobil sichern: Spanngurt oder Kette, die durch Haltegriffe, Armlehnen, etc. gezogen werden, verhindern z. B. das Öffnen der Fahrerhaustüren von außen. Türsicherungen, Diebstahlwarnanlagen und Gaswarngeräte gibt es im Fachhandel.
Dokumente und Wertsachen in einem fest eingebauten Safe aufbewahren. Halten Sie die Notrufnummer der Polizei im jeweiligen Land bereit.
ADAC Mitglieder schildern zahlreiche Diebstähle nachts auf Raststätten, speziell in Südfrankreich. Camping boomt, viele sind erstmals im Wohnmobil unterwegs. "Wir machten alle Anfängerfehler", gesteht Katrin Z.: Die Familie übernachtet an einer Autobahnraststätte, die Tür haben sie nur normal verriegelt, die Handtasche liegt auf dem Sitz. Morgens ist das Bargeld weg. Die Urlauberin glaubt – wie auch andere Opfer –, dass Diebe Betäubungsgas ins Wohnmobil leiteten und so unbemerkt von den Schlafenden einbrechen konnten.
Nachweisen lässt sich das allerdings nicht. Mitglieder berichten auch von Dieben nachts auf Rastplätzen in Kroatien, Italien, Schweden, Dänemark und Deutschland.
Aus Frankreich werden auch einzelne Einbrüche auf Campingplätzen gemeldet. Josef S. wird auf einem Stellplatz bei Biarritz bestohlen. Gauner täuschen dort eine Reparatur an ihrem Fahrzeug vor - mit lautem Motorlärm, um die Urlauber abzulenken. Derweil schleicht sich ein Dieb unbemerkt ins Touristen-Wohnmobil.
Tagsüber auf Parkplätzen haben es Ganoven ebenfalls auf Womos abgesehen: Bei Martin S. wird auf Stadtparkplätzen in Carcassonne und Valencia ein Fenster aufgebrochen. Ähnliches erleben Urlauber in Fährhafen und vor Supermärkten in Spanien und Italien.
Tipp der ADAC Touristik-Experten: Unterwegs nie auf Autobahnraststätten/-parkplätzen übernachten, nur auf Camping- und Stellplätzen. Beim Stopp, auch tagsüber: Fahrerhaustüren innen sichern, z.B. mit Spanngurt/Kette durch Haltegriffe. Zusatzschlösser, Querriegel, Kontaktsensoren zur Überwachung für Fenster und Türen gibt es als Zubehör.
Vorgetäuschte Pannen erleben viele Mitglieder an der Autobahn nahe Barcelona und Valencia. Am Rastplatz wird Heinz-Josef L. darauf hingewiesen, dass vom Hinterrad seines Wagens Rauch komme. Als der Urlauber nachsieht, drängt ihn ein Ganove zur Seite. Der Dieb greift Handtasche und Rucksack aus dem Wagen, springt zu seinen Komplizen ins Auto und rast davon.
Brigitte F. bedankt sich beim ADAC für die Warnung vor falschen Helfern im Raum Barcelona. So konnte sie diesem Trick entgehen: Zwei Männer überholen ihren Mercedes-Bus auf der A7, zeigen auf ihren Hinterreifen, bremsen ab, zwingen sie zum Anhalten. Einer reißt eine Radkappe runter, hält sie ihr vors Fenster, fordert sie zum Aussteigen auf. Frau F. lehnt ab, verriegelt die Tür. Die Männer geben auf, fahren davon.
Bei Karin D. täuscht ein Motoroller-Fahrer in Barcelona einen Aufprall auf ihren Wagen vor. Sie steigt aus, um nachzusehen, was passiert ist. "Der Mann zeigte auf einen Punkt an der Stoßstange und ich beugte mich runter, konnte aber keinen Schaden sehen," erzählt sie. Dann bemerkt sie die offene Beifahrertür: Ihre Tasche war geklaut worden.
Von Reparatur Betrügern in Serbien berichten mehrere Mitglieder. Ganoven halten sie auf der Autobahn an und behaupten, vom Wagen tropfe Öl. Zum Beweis kriecht der "Helfer" unters Fahrzeug und zeigt seine ölverschmierte Hand. Er weist den Weg zu einer nahen Werkstatt, dort werden nur die alten Teile aus- und wieder eingebaut."
Anmerkung: So mussten auch unsere Nachbarn 6 Monate auf ihr SUV verzichten, welches sie nur mit Hilfe eines Anwalts aus der "Geiselhaft" einer kroatischen Werkstätte befreien konnten. Sie hatten sich nach einer Urlaubspanne dort vor Ort geweigert, die heillos überteuerte Reparaturrechnung zu bezahlen. Es war für sie der letzte Urlaub in Kroatien.
"Tipp: Wenn man Sie während der Fahrt auf Defekte am Auto hinweist, zum Anhalten zwingen will: Handy zeigen, mit dem Sie Hilfe rufen. Vorsicht, wenn vermeintliche Helfer auftauchen. Möglichst sitzen bleiben, Auto immer absperren.
Manche Diebe schlitzen unbemerkt an der Raststätte oder Ampel einen Reifen auf: In Valencia klopft ein Mann bei Jochen D. an die Scheibe, zeigt aufs Hinterrad. Die Urlauber betrachten den "Platten", der Gauner redet auf sie ein – ein Komplize klaut Wertsachen aus dem Auto. Bei Karl K. leuchtet die Reifendruckanzeige nach dem Supermarktstopp bei Valencia. "Klar, Überfall!", denkt er, als ihm ein Wagen folgt. Er schafft es zu einer Tankstelle, alarmiert den ADAC Auslandsnotruf, der schnell Hilfe organisiert: "Service top", lobt er. Die Verfolger verschwinden.
Auch Peter M. spürt in Barcelona: "Das ist eine Falle", als Mopedfahrer ihn in eine Seitenstraße drängen wollen. Er stoppt bei einer Bushaltestelle, bemerkt den Reifenschaden. Und bleibt im Auto, bis der vom ADAC alarmierte Pannendienst kommt. Von Reifenstechern wird auch aus Italien, Slowenien und Ungarn berichtet.
Tipp: Kontrollieren Sie Ihr Fahrzeug nach jedem Stopp, besonders die Reifen. Trickdiebe könnten sie manipuliert haben. Achtung, wenn Sie angesprochen werden. Während Sie abgelenkt sind, könnten Gauner etwas aus dem Auto klauen.
Spiegelbetrüger
In Italien, speziell am Gargano in Apulien, häufig der Fall: Auf einem Bergsträßchen bemerkt Rainer G. einen Schlag am Wohnmobil. Ein Autofahrer stoppt ihn, behauptet, er hätte seinen Außenspiegel beschädigt. Das zeige ein schwarzer Streifen am Camper – aufgemalt vom Betrüger, der nun fordert: "200 Euro oder Polizei." Der Urlauber zahlt, wie viele andere. Olaf M. dagegen kennt den Trick und besteht darauf, die Polizei zu rufen: Der Gauner zieht ab.
Oft suchen sich die Betrüger für diesen Trick Wohnmobile und Gespanne aus - jetzt offenbar auch auf der Autobahn zur Fähre nach Elba: Petra N. berichtet von drei Nachbarn auf dem Campingplatz, die bei der Anreise mit dem Wohnmobil dem Spiegeltrick zum Opfer gefallen seien. Aber auch Pkw-Fahrer sind betroffen, etwa am Gardasee und in der Toskana.
Tipp: Wenn Sie angeblich einen Spiegel an einem anderen Fahrzeug beschädigt haben sollen, bestehen Sie darauf, die Polizei zu rufen, dann ziehen die Betrüger meist ab.
Häufig ist auch der Mitleidstrick: Gauner behaupten, sie hätten all ihr Geld verloren – z. B. durch einen Überfall - und könnten nun nicht mehr tanken, ihre Fähre nicht erreichen etc. Als „Sicherheit“ bieten sie manchmal wertlosen Schmuck an."
Anmerkung: Meinen Eltern so passiert und bei mir versucht in Prag anno 2014. Ein Typ im Anzug und mit (altem) S Mercedes im Hintergrund sprang mir auf einem Stadtautobahnzubringer wild gestikulierend mit dem Smartphone in der Hand direkt vor den Crown Vic. Ich habe ihn einfach ignoriert und umfahren.
Quelle:
https://www.adac.de/reise-freizeit/ratg ... ch-urlaub/
Bei diesen Betrügereien wird immer der "Überraschungseffekt" ausgenutzt. Der Campingurlauber ist durch die Eindrücke der Fahrt ganz Geist, Sphäre, Wind und erkennt nicht sofort die kriminellen Absichten. Es ist des Weiteren nicht ratsam, vom Wohnmobil mit teurer Uhr, Lacoste-Leiberl und Goldketterl (die Tradition des österreichischen Arbeiters - siehe Bedienstete der MA48) ins Restaurant von der Raststelle zu lustwandeln.
Mein Credo ist: Tarnen und Täuschen.
Für meine zukunftigen Reisen mit unserem Revcon habe ich mir daher in den letzten Wochen vorsorglich über Ebay eine Verkleidung als militanter "Prepper-Spinner" zugelegt.
Diese umfasst die folgenden Punkte:
1.) Auf dem Aufkletterschutz hinten werden als erste Maßnahme diese Sticker angebracht.
2.) Meine "Fahrer-Adjustierung" besteht aus diversen Camouflage Kleidungsstücken, inklusive Hosen, dunkler Ray-Ban Sonnenbrille und Scharfschützen-Handschuhe. Das Smartphone mit den Notrufnummern ist in Griffweite, bzw. der Bluetooth-Knopf immer am Mann bzw. im Ohr.
3.) Ausrüstung im/am Revcon. Zwei Maglite "Migränestifte" ruhen in ihren Halterungen, einer bei der einzigen Tür (heimliches Einschleichen schwierig), der andere hinter mir beim Fahrersitz. Zusätzlich zu den 3 Cams (2 hinten) mit Aufzeichnungsfunktion werden noch zwei wasserdichte Wildtierkameras mit Fernbedienung links und rechts auf den Ersatzreifen vom Revcon oben auf dem Dach mit seitlicher Ausrichtung festgeschnallt. So ergibt sich bei Bedarf eine fast 360 Grad Panoramabildaufzeichnung inklusive Nachtsichtfunktion. 2 Hundeabwehrsprays befinden sich ebenfalls beim Fahrersitz und beim Eingang.
4.) Verhaltensregeln: Nur mit abgesperrter Türe fahren, sitzen bleiben, niemals aussteigen, Notruf wählen. Bei erzwungenem Stehenbleiben oder bedrohlichen Szenarien die 140 Dezibel Druckluftfanfare vom Revcon mit Dauerlauf vom Kompressor betätigen. Amber Strobe Lights (hinten oben am Motorradträger) einschalten. Bei Anhaltungen durch eine Zivilstreife ebenfalls zwecks Rückbestätigung (könnte Fake sein) den Notruf wählen.
Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob jemand bei einem alten U.S. Motorhome aus Sachsen, mit diversen Aufklebern, welche für sich selbst sprechen und bei dem der Fahrer im Tarngewand mit dem verkniffenen Blick eines Scharfschützen in die Welt hinausspäht, auf dumme Ideen kommt.
Alles nur Abschreckung...Military Style würde ich mir sonst (gerade in Zeiten wie diesen) privat nicht anziehen.